Freitag, 22. September 2017

Warenhaus-Mutter HBC muss 150 Mio. Dollar Sicherheit stellen Rückversicherer nehmen Kaufhof voll in die Mangel

Schaufensterpuppen bei Galeria Kaufhof: Das Verhältnis der Warenhauskette zu ihren Rückversicherern verschlechtert sich

Das Warenhausunternehmen Galeria Kaufhof gerät immer stärker unter Druck. Nachdem der Warenkreditversicherer Euler Hermes im Juli die Deckung von Lieferantenforderungen massiv zurückgefahren hat, wird auch das Verhältnis mit Kaufhofs zweiten großen Warenkreditversicherer, der Metro-Tochter Miag immer schwieriger. Das berichtet das manager magazin in seiner September-Ausgabe, die am 25. August erscheint.

Demnach haben die Assekuranzunternehmen Zurich, Swiss Re und Chubb, die das Miag-Volumen rückversichern, von der Kaufhof-Mutter, dem kanadischen Konzern HBC, als Sicherheit die Hinterlegung von 150 Millionen Dollar oder einer entsprechenden Bankbürgschaft verlangt - mit Fristsetzung per Mitte August. HBC bat zunächst um Aufschub.

Mit einer Woche Verspätung legte HBC dann drei Bürgschaften von drei verschiedenen Banken in der geforderten Höhe vor. Auch beim dritten Warenkreditversicherer von Kaufhof, Atradius, werde das Engagement intensiv geprüft, schreibt das Magazin weiter. Ohne entsprechende Deckung von Warenkreditversicherern schränken Lieferanten in der Regel ihre Lieferungen extrem ein oder verlangen Vorkasse.

Zudem ist der Streit zwischen einem Bankenkonsortium unter Führung der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) und HBC laut dem manager magazin weiter ungelöst. Die Institute haben dem Immobilienunternehmen HBS Global Properties, das dem kanadischen Konzern zu 63 Prozent gehört, vor zwei Jahren 1,34 Milliarden Euro zur Finanzierung eines Pakets von Kaufhof-Immobilien geliehen.

Inzwischen hat HBC mehrere Bedingungen des Kreditvertrags gebrochen. So ist beispielsweise festgelegt, dass Galeria Kaufhof stets ein positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ausweisen muss. Andernfalls können die Gläubiger die sofortige Tilgung des Darlehens verlangen. Tatsächlich hat Kaufhof 2016/2017 einen Ebit-Verlust in zweistelliger Millionenhöhe erlitten. HBC ist nicht nur als Hauptgesellschafterin der Schuldnerin HBS in der Pflicht, sondern bürgt dem LBBW-Konsortium nach Informationen des Magazins auch für die laufenden Mietzahlungen von Galeria Kaufhof, jährlich etwa 150 Millionen Euro.

Mehr Wirtschaft aus erster Hand? Der obige Text ist nur ein minimaler Ausschnitt aus der September-Ausgabe des manager magazins. Das neue Heft (und die nächste Ausgabe) können Sie hier im Vorteilsangebot bestellen.
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