Mittwoch, 12. Dezember 2018

Nach Fusion Karstadt setzt Kaufhof-Chef und weitere Vorstände vor die Tür

Roland Neuwald

Der Warenhauskonzern Karstadt greift nach dem Zusammenschluss mit dem Konkurrenten Galeria Kaufhof im Top-Management durch. Nach Agenturberichten müssen alle Vorstände ihren Hut nehmen - mit einer Ausnahme.

Für den Chef von Galeria Kaufhof, Roland Neuwald, gibt es im Konzern keine Zukunft mehr, genauso wie für die Geschäftsführer Edo Beukema, Klaus Hellmich und Peter Herlitzius. Einzig Finanzchef Guido Mager bleibe auf seiner Position, berichtet die Deutsche Presseagentur dpa unter Berufung auf das Umfeld des Unternehmens und bestätigt damit Informationen von manager magazin.

Neuwald wird angelastet, dass sein angekündigtes Sanierungsprogramm "Turn to win" sehr deutlich hinter den Erwartungen geblieben sei. Außerdem habe er das Vertrauen der Arbeitnehmer verloren, ohne die eine Sanierung aber nicht möglich sei.


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Die Eigentümer von Galeria Kaufhof und Konkurrent Karstadt hatten vor einigen Wochen beschlossen, ihre beiden Warenhausketten zu verschmelzen. Das Kartellamt hat dem Deal bereits zugestimmt. Am Freitag soll das sogenannte Closing folgen, also der formale Abschluss des Deals.

Die operative Führung des fusionierten Unternehmens wird Karstadt-Chef Stephan Fanderl übernehmen. Die freiwerdenden Posten im Top-Management bei Galeria Kaufhof sollen Karstadt-Leute besetzen.

Aus Unternehmenskreisen war zu hören, dass Fanderl mit der Situation bei Galeria Kaufhof hochgradig unzufrieden sei. Die Lage bei dem angeschlagenen Warenhausriesen soll noch schlechter sein als bei Vertragsunterzeichnung im Spätsommer erwartet worden war. Die Verluste würden immer größer, sagte eine Person, die die aktuellen Zahlen kennt.

rei/dpa

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