Montag, 23. Juli 2018

Suche nach vermisstem Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub "Er hat noch eine geringe Chance"

Verschwunden im Skigebiet am Mattherhorn: Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub

Gibt es noch Hoffnung für Karl-Erivan Haub? Seit Tagen wird der Tengelmann-Chef im Skigebiet am Matterhorn vermisst. Retter sprechen angesichts schwieriger Wetterverhältnisse von einer "verzweifelten Situation" und schließen nicht aus, dass jede Hilfe für den deutschen Milliardär zu spät kommt.

Die Rettungskräfte haben die Hoffnung, den Tengelmann-Chef Karl Erivan-Haub lebend zu finden, noch nicht aufgegeben. "Wir haben Chancen mit Sicherheit innerhalb der ersten zwei, drei Tage. Wir haben aber auch jetzt noch eine geringe Chance, die muss man realistisch sehen", sagte der leitende Rettungsarzt, Axel Mann, am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Zermatt. "Und darum sind wir auch alle noch voll auf der Rettungsseite engagiert."

Der Unternehmer war vor vier Tagen von einer Skitour am Klein Matterhorn in der Schweiz nicht zurückgekehrt. Er war bisherigen Erkenntnissen zufolge mit einer Seilbahn zum Klein Matterhorn gefahren. Die Bergstation liegt auf 3820 Metern. Von dort aus gibt es Abfahrten Richtung Zermatt und Italien. Dort verlor sich seine Spur.

Der 58-Jährige Karl-Erivan Haub ist einer der reichsten Deutschen. Das Vermögen der Unternehmerfamilie wird auf rund 4,2 Milliarden Euro geschätzt.

Nach Angaben der Kantonspolizei suchen Spezialisten seit Tagen nach dem Vermissten. Es habe zahlreiche Überflüge mit Hubschraubern gegeben, Bergungsspezialisten hätten sich auch in Gletscherspalten abgeseilt, sagte ein Mitarbeiter der Polizeistation der Kantonspolizei in Zermatt. "Das Gelände ist sehr schwierig, hochalpin und sehr zerklüftet", sagte er. Allerdings habe es am Dienstag in dem Gebiet geschneit, was die Suche erschwert habe.

Der Schweizer "Blick" wiederum zitiert Adriano Favre, Leiter der Bergrettungsdienste im Aosta-Tal, mit den Worten, dass man die Suche wegen des schlechten Wetters und der Lawinengefahr habe zwischendurch unterbrechen müssen. Favre sprach von einer "verzweifelten Situation". Und: "Herr Haub ist ... alleine unterwegs und das Gebiet ist riesig. Da es sich um ein Gletschergebiet handelt, ist es möglich, dass er in eine Gletscherspalte gefallen ist."

"Möglich, dass er in eine Gletscherspalte gefallen ist"

Haub soll dem Bericht zufolge am Samstag mit einer Seilbahn zum Klein Matterhorn gefahren sein. Die Bergstation liegt auf 3820 Metern. Dort habe sich seine Spur verloren. Von dort aus gibt es Abfahrten Richtung Zermatt und Italien. Auch auf italienischer Seite laufe die Suche auf Hochtouren.

Zusammen mit seinem Bruder Christian steht Karl-Erivan Haub dem Tengelmann-Imperium vor. Zum Konzern gehören unter anderem der Textildiscounter Kik und die Baumarktkette Obi sowie Beteiligungen an dem Non-Food-Discounter Tedi und der Supermarktkette Netto - von den Wurzeln des Unternehmens, dem Lebensmitteleinzelhändler Tengelmann, hatte sich Haub jüngst getrennt.

rei mit Nachrichtenagenturen

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