Sonntag, 24. März 2019

Ex-Milliardär Eike Batista verurteilt Einst siebtreichster Mann der Welt muss 30 Jahre ins Gefängnis

Einst 30 Milliarden Dollar schwer, nun 30 Jahre Knast: Der Deutsch-Brasilianer Eike Batista (2017 bei der Ankunft im Gefängnis von Rio)
AP/Futura Press
Einst 30 Milliarden Dollar schwer, nun 30 Jahre Knast: Der Deutsch-Brasilianer Eike Batista (2017 bei der Ankunft im Gefängnis von Rio)

Noch vor wenigen Jahren war er der reichste Mann Brasiliens und einer der zehn reichsten Männer der Welt. Seit 18 Monaten sitzt er im Gefängnis in Rio de Janeiro - und muss nun fürchten, noch viele weitere Jahre im Gefängnis zu bleiben. Der ehemalige Öl- und Rohstofftycoon Eike Batista ist von einem Gericht in Rio zu einer Haftstrafe von 30 Jahren verurteilt worden.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Batista sich der Korruption schuldig gemacht habe: Batista soll unter anderem dem früheren Gouverneur des Bundesstaats Rio de Janeiro, Sérgio Cabral, 16,5 Millionen US-Dollar an Schmiergeldern gezahlt haben, etwa bei Auftragsvergaben für öffentliche Infrastruktur. Auch Cabral sitzt in Haft - er wurde bereits zu einer Gefängnisstrafe von 120 Jahren verurteilt. Die Korruptionsaffäre "Lava Jato" hält Brasilien seit Jahren in Atem, zahlreiche Unternehmer und Politiker wurden bereits verurteilt.

Der tiefe Sturz des Eike Batista

Der 61jährige Batista war Anfang 2017 mit deutschem Pass in die USA eingereist, just als die Polizei ihn in Brasilien festnehmen wollte. Zeitweise gab es Gerüchte, er wolle sich nach Deutschland absetzen. Daraufhin kehrte Batista freiwillig nach Brasilien zurück und erklärte seine Kooperationsbereitschaft mit den Behörden. Er wurde noch am Flughafen in Rio festgenommen und sitzt seitdem in Haft.

Batista hatte mit Investments im Rohstoffsektor und Infrastrukturbereich über die Holding EBX viel Geld gemacht. Er galt 2012 dem Magazin Forbes zufolge als siebtreichster Mann der Welt mit einem Vermögen von rund 30 Milliarden Dollar - bevor strategische Fehler, der Ölpreisverfall, fallende Aktienkurse und Strafverfahren seinen Reichtum dramatisch schmelzen ließen.

la/mmo/reuters

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