Samstag, 27. August 2016

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Tolino gegen Kindle Showdown unterm Weihnachtsbaum

Tolino, Kindle & Co.: Die aktuellen E-Reader im Vergleich
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SPIEGEL ONLINE

Der Verteilungskampf auf dem Buchmarkt spitzt sich zur Weihnachtszeit zu: Amazons Kindle gegen Tolino. In Deutschland wird die Kindle-Alternative mit hohem Aufwand beworben. Ist es dafür schon zu spät?

Hamburg - Es sollte eine klassische Erfolgsmeldung sein. Eine, wie sie Händler zur Weihnachtszeit so gerne verschicken. Der zweite Advent sei der "umsatzstärkste Tag aller Zeiten gewesen", vermeldete der Internetbuchändler buch.de stolz. Der Tolino war meistverkaufter Artikel. Auch beim Tolino-Mitstreiter Weltbild ist vorweihnachtlicher Frohsinn angesagt. "Es geht steil nach oben", heißt es dort.

Eine Erfolgsmeldung allerdings, die sich die Tolino-Verantwortlichen eine Menge haben kosten lassen. Um im Kampf gegen den Onlinehändler Amazon Börsen-Chart zeigen nicht weiter Boden zu verlieren, hatten sich Buchhändler wie Thalia und Weltbild im Frühjahr zusammengetan und mit dem Tolino einen eigenen eReader auf den Markt gebracht.

Der allerdings ist wie auch bei Amazons Kindle ein Zuschussgeschäft. Und auch was die Werbung angeht, haben die Tolino-Mitstreiter Thalia, Weltbild, Bertelsmann und Telekom Börsen-Chart zeigen tief in die Taschen gegriffen.

In mehr als 1000 Fersehspots bewerben die Tolino-Macher derzeit bundesweit ihre deutsche Kindle-Alternative - ergänzt durch eine flächendeckende Printkampagne und aufwändige Außenwerbung. Aktionen, die einen "erheblichen Etat" nötig machten, wie Weltbild-Sprecherin Eva Grosskinsky einräumt.

Amazon mit mehr als 40 Prozent Marktanteil

Entsprechend stand beispieweise bei der Thalia-Tochter buch.de, die der Buchhändler demnächst komplett übernehmen will, trotz gestiegenem Umsatz im letzten Quartal auch operativ ein negatives Ergebnis zu Buche.

Es geht um viel. Die Umsätze der Verlage befinden sich im Sinkflug. Beim deutschen Branchenprimus, der Douglas-Tochter Thalia schrumpfte der Umsatz im vergangenen Jahr um 3 Prozent und ging auch zum Jahresstart weiter zurück, bei der DBH-Holding, zu der Hugendubel und Weltbild zählen, stand 2012 sogar ein Minus von 3,5 Prozent zu Buche.

Bei der Mayerschen und dem Schweizer Händler Orell-Füssli war der Rückgang nur unwesentlich kleiner. Wettbewerber Amazon ist mit einem Marktanteil von mehr als 40 Prozent enteilt.

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