Freitag, 27. April 2018

500-Millionen-Euro-Übernahme Douglas plant Megadeal in Frankreich

Douglas-Filiale: Mit dem Kauf in Frankreich will der Konzern einen Sprung nach vorne machen

Der Handelskonzern Douglas plant eine Großübernahme in Frankreich. Mit dem Kauf des Wettbewerbers Nocibe würden die Deutschen auf einen Schlag zur Nummer zwei am französischen Parfümeriemarkt werden - und zum größten Filialisten.

Düsseldorf - Nach zwei gescheiterten Versuchen setzt der Handelskonzern Douglas zum großen Wurf am wichtigen französischen Parfümeriemarkt an. Mit dem Finanzinvestor Advent als Großaktionär im Rücken planen die Hagener den Kauf des Rivalen Nocibe, der dem Finanzinvestor Charterhouse gehört.

"Wir sind in exklusive Verhandlungen mit Charterhouse eingetreten", sagte Gesellschafter Henning Kreke am Montag in einer Telefonkonferenz. "In der Vergangenheit sind wir immer als zweiter Sieger durchs Ziel gelaufen", räumte er ein. Nun könne Douglas als "abgeschlagene Nummer vier am Markt" gemeinsam mit Nocibe das Geschäft ausbauen. "Beide Unternehmen werden einen großen Sprung nach vorne machen", sagte Kreke.

Mit einem Gesamtumsatz von 600 Millionen Euro wäre Douglas Börsen-Chart zeigen nach der Übernahme die Nummer zwei am französischen Parfümeriemarkt hinter der zur LVMH-Gruppe Börsen-Chart zeigen gehörenden Kosmetikkette Sephora. Zusammen mit den 455 Geschäften und rund 3000 Mitarbeitern von Nocibe würde Douglas sogar zum größten Filialisten mit 625 Läden und etwa 4000 Mitarbeitern aufsteigen.

Zum Kaufpreis äußerten sich die Gesellschafter nicht. Advent-Geschäftsführer Ranjan Sen sagte jedoch zu dem in Medien genannten Kaufpreis von 500 Millionen Euro: "Spekulieren ist meistens nie verkehrt."

Erfolg im dritten Anlauf

Douglas war im Frühjahr von der Gründerfamilie Kreke und dem Finanzinvestor Advent gekauft und von der Börse genommen worden. Das Unternehmen hat sich die Expansion auch über Zukäufe auf die Fahnen geschrieben und strebt die europäische Marktführerschaft im Parfümeriegeschäft an.

Mit Advent scheint Douglas nun im dritten Anlauf in Frankreich einen großen Schritt voranzukommen. Gemeinsam könnten Douglas und Nocibe flächendeckend ihre Produkte anbieten, sagte Kreke. Der Kunde werde auch von einem größeren Angebot an Parfüms, Hautpflegeprodukten und Kosmetika profitieren. Filialschließungen seien nicht geplant. Doch wolle Douglas das Online-Geschäft ausbauen. Derzeit mache es in Frankreich noch unter fünf Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Zur Finanzierung wollten sich Douglas und Advent nicht konkret äußern. Die Gesellschafter hätten ein beträchtliches Eigenkapital zur Verfügung, sagte Sen. Die Eigentümer haben dem Douglas-Management nach früheren Angaben für die nächsten fünf bis sieben Jahre bis zu einer halben Milliarde Euro für die Expansion der Parfümerie-Tochter zur Verfügung gestellt. Douglas werde sich weiter nach Wachstumsmöglichkeiten umsehen, sagte Kreke.

Der Engpass sei nicht das Kapital, sondern eher interessante Ziele, sagte Sen. Neben den gleichnamigen Parfümerien zählen zu Douglas auch die angeschlagene Buchhandelskette Thalia, deren Sanierung den Konzern im vorigen Geschäftsjahr 2011/2012 in die roten Zahlen zog, die Juwelierkette Christ, die Hussel-Confiserie und die Textilkette AppelrathCüpper.

cr/rtr

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