Sonntag, 16. Dezember 2018

Letzte Chance Ministererlaubnis Die brisanten Details hinter dem Edeka-Tengelmann-Deal

2. Teil: Warum Karl-Erivan Haub seine Läden verkaufen will - ein erstaunliches Bekenntnis

Führte Kaiser's Tengelmann zentral: Miteigentümer Haub
Aus dem Schreiben an Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel geht hervor, dass Kaiser's Tengelmann seit dem Jahr 2000 ununterbrochen Verluste einfährt. Das Defizit habe sich, so wird erstmals bekannt, innerhalb von 15 Jahren auf 532 Millionen Euro summiert. Viele Filialen seien seither geschlossen und Arbeitsplätze vernichtet worden.

Als Ursache der Misere bennent Haub unter anderem "eigene Fehlentscheidungen". Das schwerwiegendste Problem sei gewesen, dass Kaiser's Tengelmann immer zentral geführt wurde, während Rewe und Edeka auf die Kraft selbstständiger Lebensmitteleinzelhändler vertrauten. Diese konnten sich viel besser auf ihre Märkte und die Kundschaft vor Ort konzentrieren.

Zudem, so Haub, hätte Kaiser's Tengelmann viel früher versuchen müssen, mit einem starken Einkaufsverbund zu kooperieren. Nur so wäre es möglich gewesen, "mit den Beschaffungskonditionen der großen Wettbewerber mithalten zu können."

Zum Schluss wirbt Haub in anrührender Weise um Sympathie beim Minister: Seine Familie hätte zu lange die Verluste getragen - schließlich habe man doch immer gehofft, das Traditionsunternehmen "erhalten zu können". Doch offensichtlich trägt auch das Kartellamt eine Mitschuld am Niedergang von Kaiser's Tengelmann. Lesen Sie dazu den nächsten Teil.

Die ganze Geschichte

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