Donnerstag, 21. Februar 2019

Milliardärsclan kauft Bagel-Kette Der nächste Frühstücks-Streich der Reimanns

Bagel: Aus Osteuropa in die USA eingewandert, erfreuen sich die Hefeteig-Ringe auch in Deutschland zunehmender Beliebtheit

Beim Kaffee ist die JAB Holding bereits ein globales Schwergewicht. Nun steigt das Konglomerat der Milliardärsfamilie Reimann noch stärker ins Frühstücksgeschäft ein: JAB übernimmt die US-Bagelkette Einstein Noah.

Hamburg - Erst im Mai hat JAB-Lenker Peter Harf im manager magazin neue Zukäufe im Kaffeebereich angekündigt. Nun investiert die Holding der deutschen Milliardärsfamilie Reimann, die nach verschiedenen Übernahmen zu den ganz Großen im Kaffeegeschäft zählt, erneut ins Frühstück - für 374 Millionen Dollar (gut 297 Millionen Euro) verleibt sich JAB allerdings eine Restaurantkette ein. Einstein Noah betreibt in den USA unter verschiedenen Markennamen über 850 Bagel-Läden.

JAB will 20,25 Dollar pro Einstein-Noah-Aktie bezahlen - das entspricht einem Aufschlag von 51 Prozent auf den Schlusskurs des Unternehmens vom Freitag. An der Börse kam der Deal entsprechend gut an: Nach seiner Verkündung am Montag schossen die Bagel-Papiere an der Wall Street um 50 Prozent in die Höhe.

Zu Einstein Noah gehören die Restaurants Einstein Bros. Bagels, Noah´s New York Bagels und Manhattan Bagel. Die Kette ist die größte in den USA, die ausschließlich die aus der jüdischen Küche stammenden Hefeteig-Ringe verkauft. Dunkin Donuts und Starbucks, die zuletzt ebenfalls ins Bagel-Geschäft eingestiegen sind, sind deutlich größer, machen aber den Löwenanteil ihres Umsatzes mit anderen Backwaren und Getränken.

Bagel - ein umkämpfter Markt

Entsprechend sehen Beobachter eine anspruchsvolle Aufgabe für JAB: Bagel seien in den USA mittlerweile nahezu omnipräsent, fast jede Kaffeehaus-Kette verkaufe die Teigringe, selbst Fast-Food-Unternehmen hätten sie in ihr Frühstücksangebot aufgenommen. Das Unternehmen habe zuletzt zu kämpfen gehabt, schreibt die Wirtschaftswebsite Quartz, ein Umbau habe die Umsätze noch nicht wachsen lassen.

Die Neustrukturierung gehe nun weiter, schrieb Einstein-Noah-Chairman E. Nelson Heumann in einer Mitteilung. Heumann dürfte den Umbau allerdings nicht mehr in seiner jetzigen Position vorantreiben: Neuer Chairman der Kette soll Michael Tattersfield werden, der derzeit mit Caribou Coffee eine der Reimannschen Kaffeemarken leitet.

© manager magazin 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung