Mittwoch, 19. Dezember 2018

Gewinneinbruch kostet Pieter Haas den Job Das war jetzt zu blöd - MediaSaturn-Chefs müssen gehen

Zu viele schlechte Zahlen: Pieter Haas ist nicht mehr Ceconomy-Chef.

Die Elektronikhandelsholding Ceconomy (Media-Märkte, Saturn) trennt sich von ihren beiden ranghöchsten Managern. Vorstandschef Pieter Haas werde das Unternehmen sofort verlassen, teilte der Aufsichtsratin der Nacht zum Samstag nach einer außerordentlichen Sitzung mit. Haas sei mit dieser Lösung einverstanden gewesen.

Auch Finanzchef Mark Frese habe sich mit dem Aufsichtsrat darauf verständigt, seinen Arbeitsvertrag aufzuheben. Er bleibe aber noch solange im Amt, bis ein Nachfolger für Haas gefunden ist. Bis dahin werde er gemeinsam mit Vorstandsmitglied Dieter Haag Molkenteller das Unternehmen führen.

Der radikale Personalschnitt ist die Folge einer desaströsen Kommunikation mit den Investoren. Die ehemalige Elektroniksparte des Handelskonzerns Metro hatte im abgelaufenen Geschäftsjahr nach ersten Berechnungen seine bereits eingedampften Gewinnziele verfehlt.

Danach verbuchte Europas größter Elektronikhändler einen deutlichen Gewinnrückgang statt der ursprünglich erwarteten Zuwächse: Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) wird im Geschäftsjahr 2017/2018 (Ende September) im Vergleich zum Vorjahr um fast ein Fünftel auf 400 Millionen Euro sinken. Angekündigt hatte Ceconomy zuletzt 460 bis 490 Millionen Euro.

Die Investoren traf die Warnung vor sinkenden Gewinnen unvorbereitet: Die Aktie brach um mehr als ein Fünftel ein. "Die Gewinnwarnung war peinlich", meldete sich daraufhin Christoph Vilanek zu Wort, Chef des Mobilfunkanbieters Freenet, der rund zehn Prozent an Ceconomy hält.

Wichtige Investoren glaubten Ceconomy nicht mehr, sagte Aufsichtsratschef Jürgen Fitschen. Die Trennung von Haas und Frese sei die einzige Möglichkeit, "verloren gegangenes Vertrauen am Kapitalmarkt wiederherzustellen", so der ehemalige Co-Vorstandschef der Deutschen Bank.

Reuters, soc

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