Mittwoch, 25. Mai 2016

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Black Friday in Deutschland Rabattschlacht bis an den Rand des Ruins

Kollektiver Kaufrausch: Wo in Deutschland die Schnäppchen locken
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REUTERS

Black Friday, Cyber Monday, Singles Day - der Handel findet immer neue Shoppingevents, um Kunden zu locken. Jetzt hat der Trend auch Deutschland erfasst. Viele Händler gehen dabei volles Risiko.

Hamburg - Die Warnung war klar und deutlich: Wenn die Rabattschlacht mit der Konkurrenz sich weiter zuspitze, könnte es zum Jahresende ein böses Erwachen geben, warnte der US-Elektronikhändler Best Buy am Dienstag. Die Reaktion an der Börse ließ nicht lange auf sich warten: Die Aktie sackte um rund 10 Prozent ab.

Es sieht nicht gut aus für den Elektronikhändler. Dass die Konkurrenz von der aktuell herrschenden Rabattschlacht ablassen wird, ist kaum zu erwarten. Kurz vor Beginn des Weihnachtsgeschäftes laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

An diesem Freitag, 29. November, fällt mit dem sogenannten "Black Friday Sale" der Startschuss fürs Weihnachtsgeschäft. Drei Tage später, am 2. Dezember, zelebriert der Onlinehandel dann den "Cyber Monday".

Schon jetzt können Nutzer Schnäppchen-Newsletter bestellen oder sich auf den Seiten von Target, Best Buy oder Wal-Mart Börsen-Chart zeigen nach Aktionsware umsehen. Die Handelskette Target belässt es nicht einmal bei einem Cyber Monday, sondern hat gleich eine ganze Cyberweek-Rabattwoche ausgerufen. Und mancherorts können die Käufer schon im Vorfeld ihre Warenkörbe mit der Aktionsware füllen, um zum Stichtag nur noch auf den Bestell-Button klicken zu müssen.

Tiefstpreise als Tischeinsatz

Um bei einer derartigen Rabattwelle mithalten zu können, bleibt den Unternehmen nichts anderes übrig, als die Preisschraube kräftig herunterzudrehen. Tiefstpreise seien der "Tischeinsatz" - fasste BestBuy CEO Hubert Joly die Spielregeln im Preispoker zusammen.

Dass er dabei mitspielen darf oder muss, dafür ist der Handel allerdings selbst verantwortlich. Eine lange Tradition haben die Shoppingevents nämlich nicht. Zwar gilt der Black Friday (nicht zu verwechseln mit dem Tag des Börsencrashes 1929, auf englisch wegen der Zeitverschiebung eigentlich black Thursday) ,der Freitag nach Thanksgiving, als traditioneller Brückentag schon länger als Startschuss für das Weihnachtsgeschäft. Mit nächtlichen Ladenöffnungen, Werbeaktionen und Nachlässen von 70 Prozent hat der Handel den Tag allerdings erst in den vergangenen Jahren zum echten Shoppingevent gemacht. Erst 2005 mauserte sich der Black Friday zum Shopping-Tag mit den höchsten Umsätzen.

Diesen Titel hat er mittlerweile aber schon wieder abgeben müssen - an den Cyber Monday - eine Marketing-Schöpfung der Onlineshops. Die gibt es erst seit 2005 - hat sich allerdings als durschschlagender Erfolg erwiesen. Mit rund 1,46 Milliarden Dollar Umsatz hat der "Cyber Monday" im vergangenen Jahr den "Black Friday" um mehrere hundert Millionen geschlagen.

Den Marktforschern von Comscore zufolge gegenüber dem Vorjahr mit einem Umsatzplus von 17 Prozent.

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