Montag, 17. Dezember 2018

Black Friday in Deutschland Rabattschlacht bis an den Rand des Ruins

Kollektiver Kaufrausch: Wo in Deutschland die Schnäppchen locken
REUTERS

2. Teil: Auch deutsche Händler setzen auf den programmierten Kaufrausch

Entsprechend hoch sind die Erwartungen für dieses Jahr. Zum einen, weil es mit der US-Wirtschaft seitdem weiter aufwärts gegangen ist. Zum anderen, weil Signale aus China viel hoffen lassen

Mit dem Singles Day am 11. November - einem abgewandelten Valentinstag -beging der Onlinehändler Alibaba dort ein vergleichbares Shoppingevent. Das Resultat: Alleine die beiden populärsten Seiten des Konzerns, Taobao and Tmall, setzten umgerechnet 5,75 Milliarden Dollar um - und übertrafen den eigenen Ein-Tages-Verkaufsrekord damit um mehr als 80 Prozent.

Von solch programmierten Kaufräuschen wollen nun auch die deutschen Händler profitieren. So lockt der Onlinehändler Amazon Börsen-Chart zeigen dieses Jahr auch in Deutschland zur Cyber-Monday-Woche mit Rabatten von bis zu 50 Prozent.

Insgesamt eine Million Produkte soll es günstiger geben - ein Viertel mehr als noch im Vorjahr als wegen des Andrangs bereits die Server rauchten.

Black Friday vs. Cyber Monday

Und auch viele andere Onlinehändler sind in die Rabattschlacht eingestiegen. Allein 500 Onlinehändler - vom Saturn über Kaufhof bis Zalando, locken über die Plattform blackfridaysale mit Preisnachlässen von bis zu 85 Prozent.

Auf 30 Milionen Euro Umsatz an einem einzigen Tag hofft deren Betreiber Konrad Kreid, ein ehemaliger Groupon-Verkaufsirektor, der sich die Seite erst vor kurzem gesichert hat und für das Shopping-Event auch im Fernsehen die Werbetrommel rühren will. 250 Prozent mehr Umsatz im Schnitt, verspricht er seinen Händlern beim "Ausverkauf des Jahrhunderts".

Dass sich die Händler, deren Margen angesichts der Konkurrenz von Amazon Börsen-Chart zeigen ohnehin nicht so berückend sind, auf den Preiskampf einlassen und dem Betreiber der Blackfridaysale-Plattform sogar noch eine Umsatzbeteiligung gewähren, können sich Handelexperten nur mit der erhofften Werbewirkung erklären - und mit Verlustängsten. "Wir wissen genau, dass wir an online nicht vorbeikommen", heißt es denn auch wenig euphorisch beim Teilnehmer Kaufhof.

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