Sonntag, 23. September 2018

Kein Direktverkauf mehr bei Online-Händler Birkenstock wirft Amazon puren Egoismus vor 

Birkenstock-Laden in Dortmund (Archivbild)

Der deutsche Schuhhersteller Birkenstock zieht sich von der Handelsplattform Amazon zurück. "Wir stellen die Belieferung in Europa zum 1. Januar 2018 ein." Die Begründung hat es in sich.

Deutschlands größter Schuhhersteller Birkenstock hat seinen Vertrag mit dem Internetwarenhaus Amazon gekündigt. Das geht aus einem Mitarbeiterschreiben der Birkenstock-Chefs vom Freitag hervor, über das die "Bild am Sonntag" berichtet.

"Wir haben beschlossen, zum 1. Januar 2018 die direkte Belieferung von Amazon in Europa komplett einzustellen", schreiben die Chefs des Schuhherstellers, Oliver Reichert und Markus Bensberg, ihren gut 3500 Mitarbeitern.

Birkenstock-Schuhe kann es auf Amazon dann allerdings trotzdem noch geben, wenn andere Händler sie dort vertreiben. Die deutsche Marke aus dem rheinland-pfälzischen Neustadt/Wied erfreut sich seit einigen Jahren wieder großer Beliebtheit, auch international. Selbst Hollywoodstars zeigen sich gerne mit den Fußbettsandalen, die einst als Ökolatschen verschrien waren.

In dem Schreiben begründet das Führungsduo demnach die Kündigung: "Auf der Amazon-Plattform in Europa mussten wir weitere Markenrechtsverletzungen feststellen." Das "Angebot von Produktfälschungen" bei Amazon widerspreche einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit, so Bensberg und Reichert weiter. "Der weltweit größte Onlinehändler ist nicht mit dem nach unseren Maßstäben erforderlichen Engagement an einer vertrauensvollen Beziehung und dem Schutz unserer Kunden vor Irreführung und Täuschung interessiert."

Amazon wollte "die Beziehung zu Geschäftspartnern" nicht kommentieren. Nur so viel: "Amazon duldet keine gefälschten Produkte, deren Angebot auf Amazon Marketplace ist laut unseren Teilnahmebedingungen nicht erlaubt."

Im Sommer 2016 hatte Deutschlands größter Schuhhersteller bereits die Belieferung von Amazon in den USA eingestellt.

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