Sonntag, 18. November 2018

Ex-CEO keilt gegen Gründer "Erbsenzähler ohne Eier" - Schlammschlacht um Barnes & Noble

Demos Parneros (Archivaufnahme)
Bloomberg via Getty Images
Demos Parneros (Archivaufnahme)

Dem weltgrößten stationären Buchhändler Barnes & Noble steht ein schmutziger juristischer Schlagabtausch ins Haus. Ex-Chef Demos Parneros, dem im Juli nach nur 14 Monaten an der Spitze gekündigt worden war, hat das Unternehmen am Dienstag auf Zahlung von mehr als vier Millionen Dollar verklagt. Seine Demission sei nicht rechtens, er selbst werde verleumdet, argumentiert der Manager - und keilt gegen Barnes & Noble-Gründer Leonard Riggio und seinen eigenen Nachfolger Allen Lindstrom.

Lindstrom liefere keine Leistung ab, Großaktionär Riggio sei ein "sprunghafter Gründer, der die Kontrolle nicht abgeben will", zitiert "Quartz" aus der Klage. Der Gründer sei ein unflätiger Rüpel und habe Führungskräfte als "SOB" (eine Abkürzung für "Hurensohn") und "Motherfucker" bezeichnet, Lindstrom etwa sei für Riggio ein "Erbsenzähler" "ohne Eier", heißt es weiter.

Dass das Unternehmen ihn gefeuert habe, erklärt Parneros mit gescheiterten Verkaufsverhandlungen: Im Juni habe ein anderer Buchhändler ein Übernahmeangebot für Barnes & Noble zurückgezogen. Riggio habe ihm dies persönlich übel genommen, das Unternehmen habe deshalb Vorwürfe gegen ihn erfunden. Der gefallene CEO bemühe sich offensichtlich, Riggio "mit runterzuziehen", schreibt "Quartz" über die Anschuldigungen.

Barnes & Noble tut die Anschuldigungen als Erpressungsversuch eines Managers ab, "dessen Vertrag wegen sexueller Belästigung, Mobbing und anderer Verstöße gegen Unternehmensrichtlinien aufgelöst" worden sei - bei der Vertragsauflösung im Juli hatte das Unternehmen die Natur der Verstöße weit vager formuliert. Parneros' Vorwürfe gegen den Gründer seien voller "Lügen und falscher Zuschreibungen", Riggio halte sich an "die höchsten Standards von Integrität und Anstand".

luk

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