Montag, 19. November 2018

Online-Riese auf Expansionskurs Banken aufgepasst - Amazon will eigene Konten anbieten

Amazon-Logistik-Zentrum in Frankreich: Der Internetriese schielt auch auf die Finanzen seiner Kunden.

Der Internethändler Amazon gibt weiter Gas auf seinem Expansionskurs in immer neue Geschäftsfelder. Medienberichten zufolge könnte der Konzern künftig stärker ins Bankgeschäft einsteigen. Derzeit sondiere der Onlineriese unter anderem mit der US-Bank JPMorgan eine Partnerschaft, berichtete die "Financial Times". Zuvor hatten bereits das "Wall Street Journal" und die Nachrichtenagentur Bloomberg darüber berichtet. Demnach schwebt Amazon eine Art Girokonto für seine Kunden vor, heißt es.

Von dem Schritt erhoffe sich Amazon nicht nur weitere Daten über das Ausgabeverhalten und die Einkommen seiner Kunden, sondern auch niedrigere Gebühren für Finanztransaktionen. Die Gespräche zielten darauf ab, ein Produkt zu kreieren, das für jüngere Kunden geeignet sei sowie vor allem jene Amazon-Nutzer anspreche, die über kein eigenes Bankkonto verfügten, heißt es etwa beim "Wall Street Journal".

Die Gespräche befinden sich den Berichten zufolge aber noch in einem frühen Stadium und könnten beispielsweise durch regulatorische Anforderungen verkompliziert werden.

Dass sich Technologiefirmen wie Amazon aber auch Facebook Börsen-Chart zeigen, Apple Börsen-Chart zeigen oder Google Börsen-Chart zeigen stärker ins Bankwesen einmischen wird schon seit längerem erwartet. Banken wie JP Morgan dürften vor allem die Konkurrenz von Amazon fürchten. Der Internethändler hatte sein Geschäftsmodell in der Vergangenheit bereits auf verschiedene Gebiete erweitert, und jedes Mal sanken bei Konkurrenzunternehmen, die dadurch betroffen waren, die Aktienkurse, schreibt das "Wall Street Journal".

Kein Wunder: Amazon verfügt über enorme Investitionsmöglichkeiten und hat seitens seiner Geldgeber offenbar unbeschränkt grünes Licht für die Expansion auf neue Felder. Mit welcher Wucht Amazon die Bankbranche aufmischen könnte, zeigt ein Vergleich: Die Marktkapitalisierung des Konzerns von mehr als 700 Milliarden Dollar ist größer als jene von JP Morgan und der Bank of America Börsen-Chart zeigen zusammen.

Vor allem JP Morgan könnte eine Kooperation daher attraktiv erscheinen, denn dann wäre der potenzielle Konkurrent stets in der Nähe. Bankchef Jamie Dimon hat sich in der Vergangenheit bereits bewundernd über Amazon-Chef Jeff Bezos geäußert, so das "Wall Street Journal". Zudem arbeitet JP Morgan mit Amazon Börsen-Chart zeigen sowie mit Berkshire Hathaway Börsen-Chart zeigen zusammen bei dem Versuch, eine private Krankenversicherung für die Mitarbeiter der Unternehmen auf die Beine zu stellen.

Christoph Rottwilm auf Twitter

Ganz neu wäre der Einstieg ins Finanzdienstleistungsgeschäft für Amazon indes nicht: Das Unternehmen bietet auf dem Gebiet bereits Services an, wie beispielsweise eine Kreditkarte oder einen Bezahldienst. Dass der Online-Riese im Zuge der aktuellen Pläne eine vollständige Banklizenz erwerben wird, erscheint den Berichten zufolge jedoch ausgeschlossen.

mit dpa-afx

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