Samstag, 23. Juli 2016

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Amazon-Smartphone Jeff Bezos Milliarden-Dollar-Wette

Seit langem kursieren Gerüchte um ein Smartphone von Amazon: Am Mittwoch könnte Konzernchef Bezos es höchstpersönlich vorstellen

Erst der Kindle, dann Tablets und eine TV-Box, jetzt ein neues Smartphone. Der Onlinehändler Amazon dringt mit seinen Geräten immer tiefer in unser Leben ein. Doch es geht gar nicht ums Hardware-Geschäft, sondern um eine gigantische Wette.

Hamburg - Erst waren es nur Gerüchte, dann kamen Bilder, Tweets und dann auch ein Video. In seinem Bestreben, die Neugier der Kunden auf sein neues Smartphone zu wecken, scheut Amazon-Chef Jeff Bezos keine Mühen. Präsentiert werden soll das Gerät zwar erst am Mittwoch. Doch längst wird eifrig spekuliert über das angebliche 3D-Smartphone mit Gesten und Augensteuerung und kostenlosen Streamingkontingenten.

Mit dem Marktstart des ersten eigenen Smartphones wagt sich Amazon Börsen-Chart zeigen in neues Territorium vor. In ein Territorium, in dem ein massiver Verdrängungswettbewerb herrscht, viele Unternehmen bereits gescheitert sind und sich selbst Riesen wie Google Börsen-Chart zeigen, Microsoft Börsen-Chart zeigen oder Traditionsfirmen wie Blackberry Börsen-Chart zeigen schwer tun.

Doch mit denen will es Amazon-Chef Jeff Bezos auch gar nicht ernsthaft aufnehmen, ist Forrester-Analyst Thomas Hutton überzeugt. Für ihn ist das Smartphone nur ein weiterer Kanal zu Kunden - allerdings ein potenziell entscheidender.

Den E-Reader-Kindle hat Bezos schon, ebenso Tablets, eine TV-Set-Top-Box,hunderte Apps und den Bestellstick-Dash. Ein Smartphone hat noch gefehlt. Bis jetzt.

Geheimnisvolle Einladung: Am Mittwoch will Amazon sein neues Smartphone vorstellen
Auch wenn das Risiko enorm ist und Bezos wirklich etwas Attraktives bieten muss, um Käufer zu überzeugen. Das Potenzial ist enorm: Mehr als 30 Mal pro Tag, so aktuelle Schätzungen, nehmen Nutzer ihr Smartphone im Durchschnitt in die Hand. Sie interagieren damit laut US-Analysehaus Flurry pro Tag mehr als zweidreiviertel Stunden.

Und auch bei Einkäufen läuft mittlerweile viel über mobil: Laut Google nutzen vier von fünf Smartphone-Besitzer ihr Gerät auch zum Einkaufen.

Ein Potenzial, das Amazon-Chef Jeff Bezos gerne heben würde. Das dürfte ihm, da er mit seinen rund 250 Millioenen Kunden nicht auf fremde Händler angewiesen ist, etwas leichter fallen als anderen Wettbewerbern.

"Amazon interessieren Telefone nur als Mittel digitaler Beziehungen, um sicherzutellen, dass die Kunden nicht nur ein paar Mal im Monat an Amazon denken oder ein par Mal pro Woche, sondern dutzendmal am Tag", beschreibt Forrster-Analyst James McQuivey Bezos mobile Motivation. "Und das bietet Bezos die Chance, möglichst viele dieser Interaktionen in Onlinekäufe umzumünzen."

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