Dienstag, 27. September 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Amazon-Streik "Ausbeutung ist kein Geschäftsmodell"

Amazon Bad Hersfeld: Am größten Standort des US-Konzerns in Deutschland legten Mitarbeiter erstmals auch an einem Samstag die Arbeit nieder

Amazon-Mitarbeiter in Deutschland geben nicht so schnell auf. Erneut streiken hunderte Beschäftigte für einen Tarifvertrag. Dabei legten sie erstmals an einem Samstag die Arbeit nieder. Jetzt macht die SPD gegen den Konzern Front.

Bad Hersfeld - Der Streik beim Internet-Versandhändler Amazon geht weiter . Rund Mitarbeiter am bundesweit größten Standort in Bad Hersfeld legten am Samstag die Arbeit nieder, wie eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi sagte. Nach Unternehmensangaben beteiligten nur weniger als 170 im Tagesverlauf an dem Streik. Auswirkungen auf den Versand der Kundenbestellungen habe der Protest nicht gehabt.

Verdi fordert für die Beschäftigten einen Tarifvertrag nach den Konditionen des Einzel- und Versandhandels. Das US-Unternehmen orientiert sich dagegen nach eigenen Angaben an der Bezahlung in der Logistikbranche. Ein Tarifvertrag würde für die Betroffenen verlässlich höhere Löhne sowie Zulagen wie Urlaubsgeld bringen

Der hessische SPD-Generalsekretär Michael Roth bezeichnete die Forderungen der Streikenden als "berechtigt und richtig". Die Mitarbeiter bei Amazon sollten für ihre Arbeit vernünftig entlohnt werden. "Dazu gehört aus unserer Sicht zwingend ein eigener Tarifvertrag für die Beschäftigten, der sich nicht nach den niedrigeren Konditionen der Logistikbranche richtet." "Ausbeutung" dürfe kein Geschäftsmodell sein. "Es wird Zeit, dass sich Amazon endlich an den Verhandlungstisch begibt."

Der Arbeitskampf am Standort Bad Hersfeld mit seinen mehr als 3300 Beschäftigten und in Leipzig mit etwa 2000 Mitarbeitern hält seit Wochen an. In Bad Hersfeld war es laut Verdi am Samstag der sechste ganztägige Streik. Ob auch in der nächsten Woche bei Amazon gestreikt wird, will die Gewerkschaft voraussichtlich am Sonntag bekanntgeben. Details zu den geplanten Protesten nannte sie nicht.

Amazon Börsen-Chart zeigen ist der weltgrößte Online-Versandhändler. Er hat in Deutschland acht Versandlager und rund 9000 Mitarbeiter. Ein neuntes Logistikzentrum soll noch 2013 im brandenburgischen Brieselang entstehen.

rei/dpa

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH