Samstag, 30. Juli 2016

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Amazon-Flex wirbt um Privatleute als Paketboten Amazon lernt bei Uber - Bürger sollen Pakete ausliefern

Uber-App: Auch Amazon setzt künftig auf Privatleute - als Auslieferer für Amazon-Pakete. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Bürger die Pakete per Auto, Fahrrad oder zu Fuß ausliefern. In Seattle, wo das Projekt "Amazon Flex" startet, sollen Pkw-Fahrer von Amazon einen Stundenlohn zwischen 18 und 25 Dollar bekommen

Paukenschlag in der Logistikbranche: Der Onlinehändler Amazon Börsen-Chart zeigen geht mit einem Uber-ähnlichen Paketdienst an den Start, bei dem Privatleute Pakete für Amazon-Kunden mit dem eigenen Pkw ausliefern können. Das Angebot Amazon-Flex startet am Dienstag zunächst in Seattle. Eine Ausweitung auf Manhattan, Baltimore, Miami, Dallas, Austin, Chicago, Indianapolis, Atlanta und Portlandist bereits angekündigt. Logistikexperten rechnen damit, dass der Dienst auch bald in Deutschland starten könnte. Von Amazon selbst war zunächst keine Reaktion zu bekommen.

Pkw-Besitzern, die sich Amazon als Fahrer andienen, verspricht Amazon einen Stundenlohn von 18 bis 25 Dollar, flexible Arbeitszeiten auch außerhalb der normalen Bürozeiten und am Wochenende.

Ähnlich wie bei Uber müssen Fahrer eine Art Hintergrundcheck absolvieren, bevor sie Zugang zu App bekommen. Haben sie dies geschafft, können sie sich für Schichten von zwei bis zu acht Stunden melden und sich für den Folgetag auf Bereitschaft setzen lassen. Ein Verfahren, das Amazon größtmögliche Flexibilität ermöglicht, ohne dass der Technologiekonzern selbst Wagen, Personal oder Treibstoff bereit halten muss.

Melden kann sich laut Amazon jeder, der über 21 ist, im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis, eines Wagens und eines Android-Smartphones. Und künftig sollen auch Fahrradfahrer und Fußgänger als Amazon-Flex-Paketboten tätig werden dürfen.

Marktstart in Deutschland noch vor Dezember?

Logistik-Experten rechnen mit einer schnellen Ausdehnung auch auf den deutschen Markt. "Das wird nicht lange dauern, bis Amazon-Flex auch auf dem deutschen Markt aktiv wird", kommentierte Michael Lierow, Logistikexperte bei Oliver Wyman die aktuelle Entwicklung gegenüber manager magazin Online. "Ich kann mir vorstellen, dass Amazon noch vor Dezember mit Amazon-Flex auf den deutschen Markt kommt". Die Vorarbeiten dafür habe Amazon mit der Gründung regionaler Logistik-Unternehmen (manager-magazin.de berichtete) bereits geleistet.

Paketdienste sind hilflos - "Branche weniger reguliert als die Taxibranche"

Widerstand, wie sie Uber aus der Taxibranche erlebt hat, erwartet Lierow bei Amazon-Flex nicht. "Ein so beschützter und regulierter Markt wie die Taxibranche ist der Paketmarkt nicht", sagt er. "Die Paketdienste können nichts dagegen tun."

Und auch für Uber sieht Lierow in diesem Bereich im Wettstreit mit Amazon angesichts fehlender Warenlager kaum Chancen. Lierow ist überzeugt: "Wir werden dieselben Veränderungen in der Logistik sehen, wie wir sie in der Taxi-Branche gesehen haben."


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