Montag, 30. Mai 2016

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Attacke von Steve Ballmer Ex-Microsoft-Chef schießt scharf gegen Amazon

Freund klarer Worte: Ex-Microsoft-Chef Ballmer hält nichts von Amazon als Arbeitgeber

Wirtschaftlich schwimmt Amazon zurzeit auf einer Welle des Erfolges, doch die Arbeitsbedingungen beim weltgrößten Versandhändler werden immer wieder kritisch beleuchtet. An den Amazon-Niederlassungen hierzulande kommt es seit Jahren regelmäßig zu Streiks, mit denen die Gewerkschaft Verdi versucht, für die mehreren Tausend Angestellten des US-Unternehmens in Deutschland angemessene Tarifverträge zu erwirken. In den USA sorgte kürzlich ein Artikel der "New York Times" für Gesprächsstoff, in dem unter anderem von Amazon-Mitarbeitern die Rede war, die an ihren Schreibtischen säßen und weinten.

Den Artikel bezeichneten Amazon-Chef Jeff Bezos und andere Mitarbeiter zwar als fehlerhaft. Nun erhält das Unternehmen aber eine weitere Breitseite. Im US-Fernsehen hat sich Steve Ballmer, US-Milliardär und langjähriger Chef von Microsoft Börsen-Chart zeigen, zu den Arbeitsbedingungen bei Amazon Börsen-Chart zeigen geäußert.

"Ich glaube, dort will niemand arbeiten", sagte Ballmer in einem Interview auf Bloomberg TV. Microsoft und Amazon konkurrieren zusammen mit einigen anderen Topadressen der US-Wirtschaft um gute Leute. Nach Ansicht Ballmers ist Amazon dabei aber offenbar keine echte Konkurrenz.

Jedes mal, wenn jemand Microsoft in Richtung des Online-Versenders verlassen habe, "konnten wir sicher sein, dass er binnen zwei Jahren zurückkehrte", sagte er im Interview. "Es ist einfach kein guter Ort, um als Ingenieur innovative Sachen zu machen."

Amazon-Chef Bezos drittreichster Amerikaner

Ungeachtet solcher Querelen zieht Amazon wirtschaftlich derzeit einsam seine Kreise. Vor wenigen Tagen meldete das Unternehmen den zweiten Quartalsgewinn in Folge. Der Online-Händler verwies auf ein starkes Cloud-Geschäft und steigende Umsätze in Nordamerika, dem wichtigsten Einzelmarkt des Konzerns. Zudem wurden die Ausgaben in Schach gehalten, was laut Management auch künftig im Vordergrund stehen soll.

Die Amazon-Aktie stieg nach Bekanntgabe der Zahlen sprunghaft um mehr als 10 Prozent. Auf das Gesamtjahr gerechnet liegt das Papier damit bereits um deutlich mehr als 100 Prozent im Plus. Amazon ist damit eine der stärksten Aktien am US-Markt in diesem Jahr. Zum Vergleich: Der breite US-Aktienindex S&P 500 notiert gegenwärtig etwa auf dem gleichen Niveau wie zu Jahresbeginn.

Vom Anstieg der Aktie profitiert insbesondere Amazon-Gründer und Großaktionär Jeff Bezos. Nach Berechnungen des auf Superreiche spezialisierten US-Magazins "Forbes" rückte der Firmenchef in der Rangliste der reichsten Amerikaner auf Platz drei vor. Das Vermögen des 51-Jährigen liege nun bei 55 Milliarden Dollar, vor ihm seien nur Microsoft-Gründer Bill Gates und Investment-Legende Warren Buffet, so "Forbes".


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