Montag, 16. Juli 2018

Streit um gefälschte Sandalen Birkenstock fügt Amazon schmerzhafte Schlappe zu

Birkenstock-Schuhe

Im Streit um gefälschte Sandalen hat der deutsche Hersteller Birkenstock dem US-Handelsriesen Amazon eine schmerzhafte Schlappe zugefügt. Einer Entscheidung des Landgerichts Düsseldorf zufolge darf Amazon Kunden nicht länger mit so genannter Tippfehler-Werbung auf seine Angebote lenken.

Amazon hatte demnach mehrere Anzeigen geschaltet, die bei der Google-Suche mit Begriffen wie "Brikenstock", "Birkenstok" oder "Bierkenstock" ausgespielt wurden und auf andere Amazon-Angebote verlinkten. Das Gericht sah eine Verwechslungsgefahr: Der Verbraucher könne nicht ahnen, dass er nicht bei den Originalprodukten lande, sondern bei solchen der Konkurrenz.

Birkenstock fürchtete zudem, dass Kunden auf diese Weise auf minderwertige Fälschungen der Konkurrenz stoßen. Über die noch nicht rechtskräftige Entscheidung hatte zuerst das Hamburger Nachrichten-Magazin "Der Spiegel" berichtet.

"Für uns ist Amazon ein Mittäter"

Amazon kommentierte die Gerichtsentscheidung gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters nicht. Ein Sprecher betonte aber: "Bei Amazon ist der Verkauf von Fälschungen verboten."

Birkenstock stellt zum Januar 2018 die Zusammenarbeit mit Amazon ein, weil das Onlinekaufhaus nicht entschieden genug gegen Fälschungen vorgehe, die auf seiner Plattform angeboten werden. "Für uns ist Amazon ein Mittäter", sagte Birkenstock-Chef Oliver Reichert jüngst dem "Spiegel". Das Unternehmen hat Amazon bereits mehrfach vor Gericht in die Schranken gewiesen.

Insgesamt hatte Birkenstock mehr als sieben Jahre mit Amazon kooperiert. Ein Tiefpunkt war laut Reichert erreicht, als reihenweise Amazon-Kunden gefälschte Ware beim Birkenstock-Kundendienst eingereicht hätten.

"Weil die Leute natürlich glaubten, sie hätten Originalprodukte gekauft - dabei waren es Billigkopien. Das ist ein riesiges Problem. Erklären Sie so einem Kunden mal, warum wir seinen Schuh, den er bei einem angeblich seriösen Amazon-Shop erstanden hat, nicht reparieren können. Spätestens da war für uns klar: Jetzt ist Schluss mit lustig." In den USA hatte Birkenstock die Zusammenarbeit mit Amazon Börsen-Chart zeigen bereits vor mehr als einem Jahr beendet.

nis/rtr

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