Donnerstag, 17. Januar 2019

Versicherer sucht neue Erlösquelle Allianz verkauft künftig auch Gebrauchtwagen

Gebrauchte künftig vom freundlichen Allianz-Kundenberater? Wohl eher nicht. Der Konzern will künftig gebrauchte Autos über eine Beteiligung an einer entsprechenden Online-Plattform verkaufen

Wenn man schon mit Kfz-Policen nicht so viel Geld verdient, vielleicht dann mit dem Verkauf der Autos? Deutschlands größter Versicherer Allianz steigt jedenfalls in den Gebrauchtwagenhandel über das Internet ein.

Die Allianz sucht angesichts niedrigster Kapitalmarktzinsen fortwährend neue Erlösquellen. Über seinen Digital-Ableger "Allianz X" stieg der Konzern zuletzt mit einen Minderheitsanteil bei dem italienischen Online-Vermögensverwalter "MoneyFarm" ein.

Nun will sich Deutschlands größter Versicherer an einem Gebrauchtwagenhändler beteiligen, der Autos über das Internet verkauft und sie inklusive Zulassung bei den Kunden vor der Haustür abliefert.

Die Allianz plane den "Erwerb der Mitkontrolle" an der vor einem Jahr neu gegründeten Verkaufsplattform Instamotion Retail GmbH, berichtet die "Welt" unter Berufung auf eine Allianz-Sprecherin. Das Unternehmen glaube "fest an dieses zukunftsweisende Geschäftsmodell".

Bei dem Gebrauchtwagenanbieter sucht ein Kunde im Internet das Fahrzeug seiner Wahl und bekommt es samt Wunschkennzeichen zugelassen vor die Tür gestellt.

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Statt einer persönlichen Probefahrt soll sich der Kunde in der Regel auf ein etwa fünfminütiges Probefahrtvideo eines Sachverständigen verlassen. Zudem ist über eine Spezialkamera ein virtueller 360-Grad-Blick in den Innenraum des Autos sowie von außen möglich.

Der Anbieter Instamotion gehört dem Bericht zufolge bislang zum unabhängigen Firmenverbund der AIL Leasing München AG.

Mit der Idee, sich als Versicherer am Autohandel zu beteiligen, ist die Allianz laut "Welt" nicht allein. So habe der Konkurrent HUK Coburg kürzlich ein erstes eigenes Autohaus in Düsseldorf eröffnet. Im Pilotprojekt seiner "HUK Coburg Autowelt" sehe der Versicherer eine gute Schnittstelle zu seinen Kunden, erklärte ein Sprecher.

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rei mit Nachrichtenagenturen

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