Sonntag, 18. November 2018

Streit im Kaffee-Imperium Darboven plant Adoption von Jacobs

Können nicht gut miteinander: Arthur Darboven (l.) und Vater Albert Darboven.
Getty Images; DPA
Können nicht gut miteinander: Arthur Darboven (l.) und Vater Albert Darboven.

Der Mehrheitseigner des Hamburger Kaffee-Unternehmens Darboven, Albert Darboven (82), zieht alle Register, um die Kontrolle über seine Nachfolge zu behalten. Jüngste spektakuläre Volte: Beim Amtsgericht Blankenese beantragte er die Adoption von Andreas Jacobs (54), Spross einer der bekanntesten ehemaligen Kaffee-Dynastien Europas. Eine entsprechende Meldung der "Bild"-Zeitung bestätigten Insider am Wochenende manager-magazin.de. Jacobs und Darboven sind seit Jahren außer über den Kaffee auch über ihre Leidenschaft für den Pferdesport eng verbunden.

Jacbos, dessen Imperium im Reich des Milliardärsclans Reimann (Jacobs Douwe Egberts) aufging, rückt damit endgültig in das Zentrum der Nachfolgeplanung seines väterlichen Freundes. Den grundsätzlichen Plan hatte manager magazin bereits Ende April enthüllt.

Vor zweieinhalb Jahren hatte Patriarch Darboven intern mitgeteilt, an einer Stiftungslösung zu feilen und noch mindestens fünf Jahre lang Chef bleiben zu wollen. Sohn Arthur Ernesto (54) und die Neffen Arndt (55) und Behrendt (52) fassten dies als Affront auf, blieben der Feier zum 150. Firmenjubiläum im Hamburger Rathaus fern und rächten sich bei der Wahl des Chefkontrolleurs.

Mit seinem Anteil von 42,6 Prozent stoppte das Trio die Kür von Alberts Vertrautem Wilfried Peters (67). Den Wechsel des Finanzers an die Aufsichtsratsspitze konnte der Senior erst mit seiner Mehrheit im zweiten Wahlgang durchboxen.

Jacobs übernahm bereits den Vorsitz im Stiftungsbeirat und soll Vorstand Albert Darboven im Falle eines Unglücks nachfolgen. Gelingt es dem Senior nun, entweder seine Anteile am Kaffeegeschäft auf die Stiftung zu überführen oder Jacobs zu adoptieren, gebietet der über die Traditionsfirma. Allerdings bröckeln deren Erträge bedenklich, der Nachsteuergewinn betrug 2016 noch 14,15 Millionen Euro.

soc

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