Sonntag, 19. November 2017

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Roboter und 3D-Druck So stellt sich Adidas die Fabrik der Zukunft vor

Adidas fertigt seit Sommer Sportschuhe in Serie, von denen Teile aus dem 3D-Drucker kommen
Adidas / DPA
Adidas fertigt seit Sommer Sportschuhe in Serie, von denen Teile aus dem 3D-Drucker kommen

Erste Gehversuche hat der Schuh der Zukunft schon hinter sich - nun setzt er zum Langlauf an. Adidas Börsen-Chart zeigen hat in diesem Sommer die Serienproduktion von Sportschuhen gestartet, die zum Teil aus dem 3D-Drucker kommen sollen. Standort ist die sogenannte Speedfactory in Ansbach, die der Kunststoffverarbeiter Oechsler erbaut hat und betreibt.

Dort und in einer zweiten, noch im Aufbau befindlichen Fabrik in Atlanta sollen mittelfristig pro Jahr jeweils 500 000 Paar weitgehend automatisiert hergestellte Schuhe kreiert werden. Zum Vergleich: 2016 produzierte der Konzern nach aktuellen Zahlen 360 Millionen Paar Schuhe, davon 97 Prozent in Asien.

Von der "Speedfactory" auf heimischem Boden verspricht sich Adidas, schneller neue Produkte auf den Markt zu bringen und flexibler auf Trends und Kundenwünsche zu reagieren. Bisher vergingen etwa 18 Monate zwischen dem Entwurf eines Schuhs und jenem Moment, in dem er erstmals im Laden steht, sagte Firmensprecherin Mandy Nieber. In der "Speedfactory" soll sich die Zeitspanne auf wenige Stunden verkürzen.

Erste Speedfactory-Schuhe im Herbst im Handel

Umsetzen sollen dies Roboter - aber nicht nur. In der Turbofabrik seien 160 Mitarbeiter beschäftigt. Einige kümmerten sich um Wartung und Bedienung der Maschinen. Andere brächten in herkömmlicher Handarbeit das Obermaterial der Schuhe in Form, nachdem es ein Laser aus dem Stoff geschnitten habe.

Die Testphase begann bereits im Dezember 2015, seit diesem Sommer werden die Kapazitäten laut dem Konzern kontinuierlich gesteigert. Bei der Produktion greift Adidas auf unterschiedliche Herstellungsmethoden zurück, also nicht nur auf 3D-Druck, betonte Nieber. Aktuell würden in der "Speedfactory" per Boost-Technologie Schuhsohlen mit spezieller Dämpfung hergestellt, schon im September 2016 waren 500 Paar entsprechend ausgerüsteter Laufschuhe vom Typ "Futurecraft M.F.G. (Made for Germany)" in Berlin vorgestellt worden. Im Herbst sollen erste "Speedfactory"-Schuhe aus der Serienproduktion in den Handel kommen.

Das neuartige 3D-Druck-Verfahren, für das die Silicon-Valley-Firma Carbon ins Boot geholt wurde, werde noch in den "Speedfactories" integriert, sagte Nieber. Dabei soll die gewünschte Form der Zwischensohle aus flüssigem Kunstharz gehoben und langsam aufgebaut werden. Das Besondere: Jeder Punkt in der Sohle könne dann durch 3D-Technik beeinflusst werden. Das heißt, dass eines Tages für den Verbraucher, der beim Laufen einknicke und mehr Stabilität an der Fußinnenseite brauche, anhand vorliegender Bewegungsdaten die Beschaffenheit der Sohle maschinell angepasst werden könne.

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