Sonntag, 28. Mai 2017

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Rorsted hebt nach Milliardengewinn Ziele an Adidas will jetzt schneller, höher und weiter

Adidas-Chef Kasper Rorsted
adidas/Hannah Hlavacek
Adidas-Chef Kasper Rorsted

Die Milliardengrenze beim Gewinn übersprungen, den Umsatz um 18 Prozent gesteigert - doch der neue Adidas-Chef Kasper Rorsted will mehr und hebt die Ziele an. Die Strategie dazu lautet: weniger Marken, weniger Produkte, Produktion verlagern.

Der neue Adidas-Chef Kasper Rorsted legt für seine Mannschaft die Latte höher. Nachdem Europas größter Sportartikelhersteller 2016 erstmals die Marke von einer Milliarde Euro Gewinn geknackt hat, hob der Däne nun die mittelfristigen Ziele seines Vorgängers Herbert Hainer an.

"Unsere Resultate für 2016 und unser positiver Ausblick auf 2017 beweisen, dass unsere Strategie greift", sagte Rorsted. Das Unternehmen liege über dem ursprünglichen Plan und könne daher seine Ziele für 2020 anheben.

Bis 2020 sollen die Einnahmen verglichen mit 2015 jährlich im Schnitt um 10 bis 12 Prozent zulegen, der Gewinn soll sogar um bis zu 22 Prozent im Schnitt wachsen. Dafür will Rorsted Adidas vereinfachen und auf die beiden Hauptmarken Adidas und Reebok konzentrieren.

Weniger Produkte, Produktion zurück in die Hauptabsatzmärke

Neben dem Verkauf des Golfgeschäfts, der zuletzt nicht vorangekommen war, will er sich auch von der Eishockey-Marke CCM Hockey trennen. Insgesamt soll es auch weniger Produkte geben.

Zudem will er die Produktion zu einem Großteil wieder zurück in die Hauptabsatzmärkte verlegen. In Deutschland und in den USA zieht Adidas sogenannte "Speed-Factories" auf, in denen mit hochmodernen Fertigungsmethoden etwa neuartige Turnschuhe gestrickt werden. Mit diesen auf die Kunden zugeschnittenen Artikeln will Rorsted 2020 mehr als die Hälfte seines Umsatzes machen. Da sich dafür auch höhere Preise durchsetzen ließen, wirke sich der Schritt auch auf die Profitabilität des Nike-Rivalen aus.

Jahresgewinn über 1 Milliarde Euro, Umsatz plus 18 Prozent

Im abgelaufenen Jahr stieg der Umsatz der Franken binnen Jahresfrist um 18 Prozent auf 19,3 Milliarden Euro. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft knackte erstmals in der Firmengeschichte die Marke von einer Milliarde Euro. Die Aktionäre sollen davon profitieren und zwei Euro je Anteilsschein Dividende bekommen, ein Viertel mehr als zuletzt. Für das laufende Jahr sind die Herzogenauracher außerordentlich optimistisch. Dieses Jahr soll der Umsatz um bis zu 13 Prozent zulegen, der Gewinn gar um ein Fünftel auf 1,23 Milliarden Euro.

Rei/Reuters

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