Samstag, 23. Februar 2019

Fanatics-Chef Michael Rubin Dieser Mann lehrt Adidas und Nike das Fürchten

Fanatics: Der neue Angstgegner von Adidas und Nike
AFP

6. Teil: Wie Adidas mithalten will - und warum das so schwer ist

Adidas steckt in der Zwickmühle. Der Sportartiklermuss seinen eigenen Onlinevertrieb stärken und die Zahl seiner stationären Läden senken, um gegen die Konkurrenz gegenhalten zu können. Schließlich ist das eigene Internetgeschäft ebenso wie jenes über eigene Stores deutlich profitabler als das über Händler, die schließlich mitverdienen wollen. 2014 ging beispielsweise von einem WM-Trikot mit rund 37 Euro geschätzt fast die Hälfte des Verkaufspreises von 85 Euro an die Händler.

"Unsere Webseite ist unser wichtigster Store auf der Welt", fasste Firmenchef Kasper Rorsted kürzlich gegenüber der "Financial Times" die neue Vertriebspolitik zusammen. Bis 2020 will Adidas den Digitalumsatzauf 4 Milliarden Euro steigern.2016 lag er noch bei einer Milliarde Euro.

Angestrengte Aufholjagd

Zudem sollen reihenweise Digitalexperten eingestellt werden. Alleine dieses Jahr sind laut "FT" 900 Millionen Euro für derartige Unternehmungen eingeplant. Und auch mit Themen wie "Same Day Delivery", Fast-Fashion und Vorort-Produktion in seinen sogenannten "Speed-Factorys" versucht Adidas bereits entschlossen, schneller auf Nachfragetrends zu reagieren und die Ware schneller zum Kunden zu bekommen.

Doch die Einschläge kommen näher, beobachtet Sport-Marketing-Stratege Jamie Corr angesichts des jüngsten Europa-Deals von Fanatic. Dabei sicherten sich die Amerikaner Ende April die Produktions- und Marketingrechte des britischen Traditionsclubs Aston Villa - und können nun von der Produktion zum Verkauf die gesamte Wertschöpfungskette für sich vereinnahmen. "Das ist disruptiv, ein großer Schritt" gegenüber dem klassischen Sponsoren-Geschäft, bei dem Unternehmen wie Nike und Adidas die Shirts von Dritten fertigen lassen", so Corr gegenüber manager-managzin.de

Zwar spielt Aston Villa aktuell nur in der zweiten britischen Liga. Die Effizienz des Deals ist aber so erstklassig, dass Adidas-Rorsted davon nur träumen kann.

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