Freitag, 30. September 2016

Warenhaus Investor René Benko steht vor Karstadt-Übernahme

Karstadt: Die Zeichen stehen auf Verkauf

Der Tiroler Immobilienunternehmer René Benko steht einem Bericht zufolge kurz vor der Komplettübernahme von Karstadt. manager magazin hatte bereits über die drohende Aufspaltung des Handelskonzerns berichtet.

Wien - Benkos Signa-Gruppe befinde sich in Endverhandlungen mit Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen, berichtete am Mittwoch das österreichische Wirtschaftsmagazin "Format" ohne Angabe von Quellen. Es sei "ziemlich sicher", dass Signa Karstadt übernehmen werde, schreibt das Blatt. Eine Entscheidung solle noch im August fallen.

Benko selbst sagte dem Magazin, dass "noch keine endgültige Entscheidung gefallen" sei. Er bestätigte aber, "dass wir zu Hilfe gerufen wurden, um Berggruen als Gesellschafter abzulösen". Schon vor Monaten erschien Benko bei Karstadt als Ritter in der weißen Rüstung, seine Motive sind aberdurchaus eigennützig.

Benko und seine Signa-Gruppe sind bei Karstadt bereits bekannt. Im Dezember 2012 hatte die Finanzgruppe das Berliner KaDeWe und 16 weitere Karstadt-Immobilien für mehr als 1,1 Milliarden Euro gekauft. Karstadt blieb zunächst Mieter.

Ein dreiviertel Jahr später gingen schließlich auch 75,1 Prozent der Anteile an der 28 Läden umfassenden Kette Karstadt Sport und an der Karstadt-Premium-Gruppe - zu ihr gehören das KaDeWe, der Oberpollinger in München und das Alsterhaus in Hamburg - an Benko, wie das manager magazin exklusiv berichtete. Der Österreicher zahlte dafür 300 Millionen Euro.

Mit der Übernahme des kompletten verbleibenden Karstadt-Konzerns würde Signa laut "Format" erstmals in großem Stil auch in das Handelsgeschäft einsteigen. Wie manager magazin bereits berichtet hatte, könnte Benko gut 70 Prozent von Karstadt für einen symbolischen Euro übernehmen.

la/ap

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