Montag, 18. Juni 2018

1000 Tote in Bangladesch H&M, C&A und Co. schlucken schärfere Brandschutzregeln

Grausige Aufräumarbeiten: In Bangladesch starben mehr als 1000 Textilarbeiter, als ihre Fabrik einstürzte

Lange haben sich viele Modeketten gegen neue Brandschutzregeln in Entwicklungsländern gewehrt. Erst nach einer Feuerkatastrophe mit mehr als 1000 Toten in Bangladesch akzeptieren Modeketten wie H&M, C&A und Inditex weniger laxe Bestimmungen.

Stockholm - Die schwedische Textilkette Hennes & Mauritz (H&M) und die Modekette C&A stellen sich nach dem Tod von mehr als tausend Menschen beim Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch hinter neue Brand- und Gebäudeschutz-Regeln. Auch weitere europäische Unternehmen wie die spanische Inditex Börsen-Chart zeigen schlossen sich den neuen Regeln an.

Wie H&M Börsen-Chart zeigen am Montag in Stockholm mitteilte, unterstütze man nun entsprechende Vorschläge von zwei Gewerkschaften in dem südasiatischen Land. Bisher wurden diese Vorschläge durch westliche Großabnehmer von Textilien stets zurückgewiesen. Die Gewerkschaftsunion UNI Global Union begrüßte die Erklärung der Textilkonzerne.

H&M gehört zu den größten industriellen Kunden der Textilindustrie in Bangladesch. Die für "Nachhaltigkeit" zuständige Unternehmensvertreterin Helena Helmersson erklärte, die für eine Zeit von fünf Jahren vorgesehene neue Regelung sei ein "pragmatischer Schritt in Richtung Brand- und Gebäudesicherheit für Textilarbeiter".

Ein paar Millionen für die Opfer

H&M spiele dabei in Bangladesch eine "aktive Rolle." Man hoffe jetzt auf eine breite Koalition von ausländischen Markennamen mit der Regierung, Gewerkschaften und Arbeitgebern.

Auch die deutsche Modekette C&A hat das Abkommen mit den Gewerkschaften unterschrieben. Ende November waren bei einem Brand in der Textilfabrik Tazreen Fashion Limited bei Dhaka mehr als 100 Menschen gestorben, mehr als 200 wurden verletzt. Dort wurde auch Kleidung für C&A genäht.

Das Düsseldorfer Unternehmen hatte bereits im Dezember zugesagt, fünf Millionen Euro für Sicherheitsmaßnahmen vor Ort sowie für die Opfer und Angehörigen auszugeben. Das aktuelle Brandschutzabkommen werde noch einmal Geld kosten, sagte ein Sprecher. Zu der Höhe wollte er sich allerdings nicht äußern.

nis/dpa-afx

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