Montag, 10. Dezember 2018

Handelskonzern Puma kürt Ex-Fußballprofi zum neuen Chef

Wechsel trotz Dementi: Björn Gulden führt ab Juli den Sportartikelhersteller Puma

Bereits vor zwei Monaten hatte manager magazin online die Personalie gemeldet, nun ist es offiziell: Björn Gulden wird neuer Chef des Sportartikelkonzerns Puma. Der norwegische Ex-Profifußballer folgt auf Franz Koch - und tritt ein schweres Erbe an.

Hamburg - Ende Februar sorgte eine Meldung für Aufregung bei Puma: manager magazin online meldete, dass der Björn Gulden neuer Puma-Chef werden solle. Der ehemalige Profifußballer und Chef des Schmuckanbieters Pandora dementierte umgehend: "Ich bin froh und stolz, Chef von Pandora zu sein. Ich denke, das ist alles, was ich dazu zu sagen habe", sagte er damals öffentlich. Auf die Frage, ob Berichte über einen Wechsel an die Spitze von Puma unwahr seien, antwortete er: "Ja."

Nun ist es doch anders gekommen: Puma holt den 47-jährigen Manager überraschend an die Firmenspitze. Der Norweger werde zum 1. Juli Vorsitzender der Geschäftsführung, teilte die Tochter des französischen Luxusgüterkonzerns PPR nach monatelanger langer Chefsuche mit. Gulden tritt die Nachfolge von Franz Koch an, der auf Druck des französischen Mutterkonzerns Ende März gehen musste.

Der Sportartikelhersteller kämpft mit Gewinnrückgängen und steckt mitten im größten Konzernumbau seit 20 Jahren. Damit ist Puma das Sorgenkind des französischen Konzerns, der sich im Juni den neuen Namen "Kering" geben will und zu dem auch Marken wie Gucci, Bottega Veneta und Saint Laurent gehören.

Gulden sei der richtige Mann, um Puma durch das Restrukturierungs- und Transformationsprogramm zu führen, erklärte Verwaltungsratschef Jean-Francois Palus. Gulden will die Produktpalette zweigleisig weiterführen: "Puma hat sowohl im Sport- als auch im Lifestylebereich ein enormes Potenzial", sagte er.

Die Puma-Aktie Börsen-Chart zeigen reagierte kaum auf die Nachricht: Mit einem Plus von 0,4 Prozent stieg der Kurs zu Handelsbeginn kaum stärker als der gesamte Nebenwerteindex MDax.

Für Nürnberg gekickt, für Adidas gearbeitet

Der Norweger, der neben seiner Muttersprache auch Deutsch und Englisch spricht, kennt die fränkische Heimat von Puma bereits: Er spielte in den 80er Jahren beim damaligen Zweitligisten 1. FC Nürnberg und war später Manager beim Puma-Erzrivalen Adidas. Beide Sportartikelhersteller, die aus verfeindeten Stämmen derselben Familie hervorgegangen sind, haben ihren Sitz in Herzogenaurach. Im Geschäft mit Outdoor-Artikeln sammelte Gulden beim Hersteller Helly Hansen Erfahrung.

In seiner fast 20-jährigen Managementkarriere arbeitete Gulden mehr als zehn Jahre als Geschäftsführer bei Europas größtem Schuheinzelhändler Deichmann. Danach wechselte er Anfang 2012 als Chef zum Modeschmuckhersteller Pandora, den er nun bereits nach anderthalb Jahren wieder verlässt.

wed/dpa/rtr

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