Samstag, 28. März 2015

Umstrittene Preisklauseln Bundeskartellamt ermittelt gegen Amazon

Amazon-Website: Der Konzern verbietet es seinen Händlern, ihre Produkte auf anderen Websites anzubieten

Amazon hat eine neue Baustelle in Deutschland: Nicht nur, dass der Onlinehändler wegen der Arbeitsbedingungen für Leiharbeiter unter Druck steht - jetzt ermittelt auch noch das Kartellamt gegen den US-Konzern.

Bonn - Das Bundeskartellamt prüft die Rechtmäßigkeit von Preisauflagen für Händler, die Waren über den Internetversandhändler Amazon anbieten. Dazu würden 2400 Händler über das Internet befragt, teilte das Kartellamt mit.

Es geht dabei um die sogenannte Preisparitätsklausel bei Amazon Börsen-Chart zeigen: Händler, die die Plattform nutzen, dürften ihre Produkte nicht an anderer Stelle im Internet etwa bei Ebay Börsen-Chart zeigen billiger anbieten, so das Kartellamt. Möglicherweise verstoße die Klausel gegen das allgemeine Kartellverbot, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. Das Unternehmen nahm auf Nachfrage keine Stellung.

Die Untersuchung habe mit der aktuellen Diskussion über die Behandlung von Leiharbeitern bei Amazon nichts zu tun, versicherte ein Kartellamtssprecher. Dies sei ein zufälliges Zusammentreffen.

Vertragsklauseln wie bei Amazon seien ein typisches Phänomen bei Internetplattformen, das rechtlich komplizierte Fragen aufwerfe. Vordergründig dienten die Klauseln niedrigen Preisen und damit dem Verbraucher. Dennoch stelle sich die Frage, ob damit nicht der Wettbewerb zwischen verschiedenen Internetplattformen abgewürgt werde.

Bei der Prüfung droht Amazon laut dem Sprecher keine Strafe. Die Behörde agiere hier im Verwaltungsverfahren. Falls sich eine rechtlich bedenkliche Praxis abzeichne, werde das Kartellamt auf eine Änderung der Vertragsbedingungen drängen.

mg/dpa

Mehr manager magazin
Zur Startseite

© manager magazin online 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH