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13.12.2012
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Vorstandsumbau bei Puma
Einkaufschef Reiner Seiz scheidet aus

Unter Druck: Puma versucht Restrukturierung - und sucht einen neuen Chef
DPA

Unter Druck: Puma versucht Restrukturierung - und sucht einen neuen Chef

Nächste Rochade beim Sportartikelhersteller Puma: Nachdem überraschend Vorstandschef Franz Koch bis Ende März 2013 sein Amt niederlegt, geben die Herzogenauracher nun auch den Abgang des langjährigen Einkaufschefs Reiner Seiz bekannt.

Herzogenaurach - Ein weiterer Topmanager verlässt den Vorstand des Sportartikelherstellers Puma: Beschaffungschef Reiner Seiz scheidet Ende Januar nach 23 Jahren im Unternehmen aus. Seiz habe seinen Vertrag nicht verlängert, teilt Puma.

Damit bleibt von den fünf bisherigen geschäftsführenden Direktoren, wie der Vorstand der Puma SE offiziell heißt, nur Vertriebschef Stefano Caroti übrig. Erst am Mittwoch war bekanntgeworden, dass der Vorstandsvorsitzende Franz Koch den MDax-Konzern Ende März "in beiderseitigem Einvernehmen" verlässt - mitten in einer Umbruchphase und nach nur eineinhalb Jahren auf dem Chefsessel.

Neben dem 33 Jahre alten Strategiespezialisten gehen in den kommenden Wochen weitere Spitzenkräfte von Bord. Schon im Juli hatte Puma angekündigt, dass der auch für das operative Geschäft zuständige Finanzchef Klaus Bauer seinen bis Ende des Jahres laufenden Vertrag nicht verlängern wird. Bauer ist seit 1989 bei Puma und sitzt seit 2009 im Vorstand. Auch Marketingchef Antonio Bertone wird den Konzern nach 18 Jahren in zwei Wochen verlassen.

Analysten vermuten, dass der Mehrheitsaktionär PPR den Sportartikelkonzern noch enger an die Kandare nehmen möchte. Der französische Luxusgüterkonzern hält rund 82 Prozent der Anteile an Puma. Seit Anfang Dezember ist zudem der für die Sport & Lifestyle-Sparte bei PPR zuständige Jean-François Palus zugleich Verwaltungsratchef bei den Herzogenaurachern.

Puma kämpft mit schwachen Zahlen

Puma Chart zeigen kämpft schon seit längerem mit schlechten Zahlen, im dritten Quartal brach der Überschuss um mehr als 85 Prozent auf 12,2 Millionen Euro ein. Grund waren neben der schwachen Nachfrage in Europa vor allem hohe Kosten für Sparmaßnahmen und den verschärften Konzernumbau.

Puma hatte im Oktober weitere Kostensenkungen für den Rest des Jahres angekündigt. In den ersten neun Monaten des Jahres ging der Gewinn von Puma um 42,8 Prozent auf 112,8 Millionen Euro zurück. "Über die Umsatz- und Gewinnentwicklung sind wir im Moment nicht erfreut", hatte Konzernchef Koch damals gesagt.

Koch hatte im September im Interview mit manager magazin ein langfristiges Umbauprogramm angekündigt, das der Sportartikelkonzern in den nächsten Jahren schrittweise umsetzen werde. Vor allem in der Verwaltung müssten Stellen eingespart werden. Darüber hinaus wollte er Pumas Wurzeln im Sport stärken, neue Produkttrends setzen und zugleich eine jüngere Zielgruppe ansprechen. "Unser Markenauftritt soll klarer und frischer werden", so Koch. Die ersten Ergebnisse der neuen Ausrichtung würden ab 2013 sichtbar werden.

Wer den scheidenden Vorstandschef Koch ablösen wird, ist derzeit noch unbekannt. Branchenexperten vermuten, dass der Mehrheitsaktionär eine hauseigene Lösung aus dem großen PPR-Reich (Gucci, Saint Laurent Paris) präsentieren wird. Bereits offiziell ist, dass der bisherige Geschäftsbereichsleiter Finanzen, Michael Lämmermann, Finanzvorstand wird. Verantwortlicher für das operative Geschäft soll nach Informationen des manager magazins Adidas-Chefeinkäufer Andy Koehler werden.

krk/dpa

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