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10.12.2012
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Konsum
Hoffen und Bangen im Weihnachtsgeschäft

Von Sarah Sommer

Weihnachtsshopping in Berlin: Händler hoffen auf einen guten Jahresschluss
Getty Images

Weihnachtsshopping in Berlin: Händler hoffen auf einen guten Jahresschluss

Einzelhändler und Konjunkturforscher hoffen in den letzten Wochen des Jahres ganz besonders auf den privaten Konsum. Denn 2013 droht der deutschen Volkswirtschaft Stagnation.

Hamburg - Ein paar Grad kälter dürfte es noch werden. Und auch ein wenig Eis und Schnee stehen bei Einzelhändlern auf dem Wunschzettel für das Weihnachtsgeschäft. Denn viele Händler erinnern sich noch mit Grauen an die verkorkste Wintersaison im vergangenen Jahr: Milde Temperaturen und Nieselregen hatten ihnen das Geschäft verhagelt. Auch danach wurde es nicht wesentlich besser. Eis und Schnee blieben auch nach dem Jahreswechsel aus, und der Sommer war nicht warm genug. Wintermäntel blieben ebenso in den Läden liegen wie Sonnencreme und Bikinis.

Viele Einzelhändler setzen daher jetzt alle Hoffnung auf die letzten Wochen des Jahres. Das Weihnachtsgeschäft entscheidet darüber, ob die Branche das Jahr 2012 noch als Erfolg verbuchen kann: Jedes Adventswochenende zählt. Die Unternehmen stürzen sich mit voller Kraft in die entscheidenden Wochen. Verlängerte Öffnungszeiten und rund 30.000 zusätzliche Aushilfen sollen für ein reibungsloses Geschäft sorgen.

Konsum- und Konjunkturforscher machen den Händlern Hoffnung: Die Zeichen stehen gut, dass die deutschen Verbraucher beim Geschenkekauf in den Wochen vor Weihnachten noch einmal tief in die Taschen greifen. "Die Leute sind gut drauf", sagt Ferdinand Fichtner, Konjunkturexperte beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. "In der Lebenswirklichkeit der meisten Verbraucher ist die Tatsache noch nicht angekommen, dass wir uns in einer wirtschaftlich gedämpften Situation befinden."

Der private Konsum hält die Wirtschaft am Laufen

Vor allem Industrieunternehmen seien zwar von der schwächelnden Exportnachfrage betroffen, das habe sich allerdings bisher kaum in Entlassungen niedergeschlagen. Arbeitsmarkt und Einkommen sind stabil. "Die Unternehmen gehen davon aus, dass die Nachfrage vor allem aus den Schwellenländern nächstes Jahr wieder anzieht - und wollen darauf vorbereitet sein", sagt Fichtner. So gilt auch zum Jahresausklang wieder: Der private Konsum hält die deutsche Wirtschaft am Laufen.

"Allerdings kann selbst ein Rekord-Weihnachtsgeschäft die Schwäche der Industrie nicht ausgleichen", sagt Fichtner. Das Konjunkturbarometer des DIW Berlin zeigt für das laufende vierte Quartal eine Stagnation gegenüber dem Vorquartal und damit eine recht deutliche Abkühlung der Konjunktur an. "Im kommenden Jahr müssen die Wachstumsimpulse wieder aus dem Export kommen", sagt Fichtner.

Wenn es nach den Einzelhändlern geht, dürfen die Verbraucher sich von solch unsicheren Konjunkturprognosen für das kommende Jahr jetzt auf keinen Fall verunsichern lassen. Rund zwanzig Prozent ihres Jahresumsatzes machen sie in den entscheidenden letzten Wochen des Jahres. Bei Spielwaren, Büchern, Uhren und Schmuck sind es noch ein paar Prozent mehr. Entsprechend groß ist die Anspannung: Bloß keine neuen Hiobsbotschaften aus der Eurozone, bloß keine spektakuläre Pleite, keine Entlassungswelle bei deutschen Firmen oder Kürzungen beim Weihnachtsgeld, die den Kunden die Kauflaune verderben könnten!

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