Dienstag, 28. Juli 2015

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Media Markt und Co. Das total verflixte China-Geschäft

Media Markt in Shanghai: Von den hochfliegenden Plänen des Metro-Konzerns für China ist nicht viel geblieben

Westliche Autobauer und Luxusartikler verdienen in China Milliarden - Handelsketten beißen sich in Fernost dagegen die Zähne aus. Nun entscheidet Metro, ob die Tochter Media Markt dort weitermachen darf. Ihr setzt besonders zu, dass sich die Chinesen als unerwartet geizig erweisen.

Hamburg - Noch vor gut zwei Jahren schien es, als könne nur wenig den geplanten Vormarsch von Media Markt in China bremsen. "Der chinesische Markt bietet ausgezeichnete Wachstumsmöglichkeiten und ist für uns von herausragender strategischer Bedeutung", sagte der Chef des Mutterkonzerns Metro Börsen-Chart zeigen, Eckhard Cordes. Von 100 neuen Märkten in den folgenden Jahren war die Rede und Investitionen in Milliardenhöhe.

Inzwischen ist die Euphorie verflogen. Ganze sieben Media Märkte im Raum Shanghai betreibt der Düsseldorfer Konzern inzwischen, und ob es bald deutlich mehr werden, ist ungewisser als je zuvor. In Kürze will das Unternehmen darüber entscheiden.

"Wir werden sicher nicht planlos Hunderte Millionen Euro in die Eröffnung neuer Märkte investieren", sagte Cordes-Nachfolger Olaf Koch aber unlängst dem "Handelsblatt". Projektpartner und Media-Saturn Miteigentümer Erich Kellerhals platzte daraufhin der Kragen - er zog sich aus dem Unterfangen bereits zurück. Ganz oder gar nicht müsse Media Markt in China angreifen, alles andere bringe nichts.

Tesco und Home Depot fielen auf die Nase

Immer wieder müssen sich westliche Einzelhändler eingestehen, dass die Geschäfte in China nicht so leicht laufen wie erhofft. In den seltensten Fällen reicht es, das heimische Erfolgsrezept auf den Riesenstaat zu übertragen, in dem die Verbraucher oft ganz anderen Vorlieben und Zwängen folgen als im Westen.

China gedeiht, China boomt, und in China wächst eine kauflustige Mittelschicht heran - kein Wunder, dass das Land nicht nur die deutsche Konsumgüterindustrie lockt, sondern auch die hierzulande geplagten Einzelhändler. Und doch scheint es für Media Markt und Co. ungleich schwieriger zu sein, dort Fuß zu fassen.

Zuletzt hat die britische Supermarktkette Tesco Börsen-Chart zeigen ihr Engagement reduziert. US-Baumarktgigant Home Depot Börsen-Chart zeigen strich mit seinen Megamärkten in diesem Jahr sogar ganz die Segel. Damit taten es die Amerikaner der deutschen Konkurrenz von OBI gleich, die bereits vor sieben Jahren die Märkte an den britischen Wettbewerber Kingfisher Börsen-Chart zeigen veräußerte.

Vielfach plagt die westlichen Händler ein Problem, das beispielsweise die hiesigen Luxusgüter- oder Autohersteller in China kaum kennen: Die Verbraucher erkennen kein Prestige darin, ihr Geld einem westlichen Unternehmen zu überlassen.

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