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06.12.2012
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Onlinehandel
"Die Deutschen sind verzogen"

Von Mirjam Hecking

Onlineshopping: Bestellen, ausprobieren und kostenfrei zurückschicken - das könnte auch in Deutschland künftig schwieriger werden
DPA

Onlineshopping: Bestellen, ausprobieren und kostenfrei zurückschicken - das könnte auch in Deutschland künftig schwieriger werden

Onlineshopping boomt in Deutschland - doch leider auch die Rücksendungen. Bis zu 30 Prozent aller im Internet bestellten Produkte wird Schätzungen zufolge derzeit zurückgeschickt. Kostenlos für den Käufer. Doch das könnte sich bald ändern.

Hamburg - Die Idee könnte Milliarden Euro sparen: weniger Arbeit, weniger Verpackungsmüll, weniger Emissionen. Aber sie ist so brisant, dass Amazon-Chef Jeff Bezos sie bislang noch nicht in die Tat umgesetzt hat.

Das Prinzip des "Tante Mildred Patent" ist ebenso einfach wie umstritten: Beschenkte sollen - noch vor der Auslieferung - ihre Gaben umtauschen können - und für besonders problematische Schenker sogar Grundeinstellungen vornehmen können wie "alle Geschenke von Tante Mildred in Gutscheine umwandeln". Tante Mildred muss davon ja nichts erfahren: Die Idee, eine Dankeskarte für das Originalgeschenk zu versenden, liefert der Antrag gleich mit.

Was den Amazon-Gründer umtreibt, ist auch für tausende deutsche Händler ein Problem: Teure und vor allem viele Retouren. Wie hoch die Anzahl der Retouren tatsächlich ist, bleibt unklar. Schätzungen von Marktforschern schwanken zwischen 8 und 30 Prozent - je nach Warengruppe. Eine einheitliche Erfassung gibt es bislang nicht.

Während Möbel und Geschenkartikel verhältnismäßig selten zurückgesendet werden, liegt der Anteil bei Bekleidung und Schuhen angeblich mit bis zu 30 Prozent deutlich höher. Beim Internethändler Zalando wird sogar von noch höheren Retourenquoten gemunkelt.

Eine Entwicklung, an der die deutschen Versender mitschuldig sind, meint Björn Asdecker, Leiter der Forschungsgruppe Retourenmanagement an der Uni Bamberg. Schließlich waren es Versender wie Zalando, die mit Slogans wie "Schrei vor Glück oder schick's zurück" erfolgreich um das Vertrauen von Kunden buhlten.

Bestellungen in verschiedenen Größen und Zalando-Partys

Auch klassische Versender wie Otto und Neckermann waren traditionell immer sehr kulant - und haben nun mit den Kosten der vielen Retouren zu kämpfen.

"Die deutschen Kunden sind in gewisser Weise verzogen", sagt Christian Heitmeyer, Gründer der Shoppingclubs brands4friends. Denn viele, vor allem weibliche Kunden, bestellen sich zur Sicherheit häufig ein Kleidungsstück gleich mal in mehreren Größen - oder feiern zum Teil sogar so genannte "Zalando-Partys", bei denen viele Klamotten nach der Modenschau einfach zurückgesendet werden.

Die Kosten dafür sind enorm: Rund 250 Millionen Pakete, so eine auf Umfragen basierte Schätzung der Universität Bamberg, sind im vergangenen Jahr an die Verkäufer zurückgegangen. Eine Zahl, die Paketdienste wie DHL jubilieren lässt - und 2012 noch einmal kräftig steigen dürfte.

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