Dienstag, 7. Juli 2015

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Onlinehandel "Die Deutschen sind verzogen"

Onlineshopping: Bestellen, ausprobieren und kostenfrei zurückschicken - das könnte auch in Deutschland künftig schwieriger werden

3. Teil: Ab 2014 droht die Zeitenwende - Ende der kostenlosen Retouren

Kann die Ware nicht problemlos wieder versandt werden, wird sie entweder vernichtet - oder vergünstigt angeboten. Während einige Verkäufer die B-Waren dann über Ebay verramschen, hat Amazon dafür ein eigenes Segment geschaffen. So genannte Warehousedeals, bei dem die B-Ware noch einmal um bis zu 50 Prozent reduziert wird.

Mittelständische Händler können sich ein solches Vorgehen aber nicht leisten - und verschicken retournierte Waren häufig noch ein weiteres Mal. Gesetzlich ist das völlig ok - schließlich ist davon auszugehen, dass auch Ware im Kaufhaus bereits von anderen Kunden anprobiert wurde.

Organisieren die Händler den Wiederversand selbst, kann da auch die Verpackung mal nur notdürftig mit dem Klebeband repariert sein - was bei vielen Kunden nicht wirklich gut ankommt.

2014 droht die Zeitenwende

Ab Mitte 2014 könnten die goldenen Zeiten in der Retourenrepublik Deutschland allerdings eine Ende haben: Spätestens dann tritt eine EU-weite Gesetzgebung in Kraft, derzufolge die Verkäufer von ihren Kunden - nach vorherigem Hinweis - Rücksendegebühren erheben dürfen.

Ein erheblicher Teil der Händler hat dies vor. Experten wie Asdecker fürchten allerdings, dass clevere Shopbetreiber die neue Gesetzesregelung nutzen, könnten und ihr Geschäft künftig splitten: Einerseits bei in etwa gleichbleibenden Preisen weiter kostenlosen Rücksendeservice anbieten. Zusätzlich einen Shop betreiben, bei dem happige Rücksendekosten fällig werden, die Preise aber tiefer sind. "Das könnte dem stationären Handel einen weiteren Schlag versetzen", meint er.

Der stationäre Handel entwickelt unterdessen auf eigene Faust günstige Retourenmodelle. So bietet C&A seinen Kunden seit einigen Wochen an, im Internet gekaufte Ware im Laden abzuholen und bei Nichtgefallen oder Passformproblemen dort einfach auch wieder abzugeben. Die smarte englische Bezeichnung für die klassische Warenrückgabe: return2store.

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