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26.11.2012
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Online-Supermärkte
"Es rentiert sich einfach nicht"

Von Mirjam Hecking

Frisch in den Kühlschrank: Wo man was bestellen kann
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In Großbritannien boomt der Lebensmittelhandel übers Internet. Hierzulande haben die Händler Schwierigkeiten. Handelsexperte Dirk Morschett erklärt, warum der deutsche Markt so besonders ist.

mm: In Großbritannien boomt der Lebensmittelhandel über Internet, in der Schweiz läuft er gut und auch in Frankreich bestellen immer mehr Kunden online. In Deutschland kommt das Geschäftsmodell jedoch nicht richtig ins Rollen. Woran liegt das?

Morschett: Aus meiner Sicht stecken grundsätzliche Probleme dahinter. In England ist die Ausgangslage eine ganz andere. Die britischen Einzelhändler machen sehr gute Margen, mit denen sie das relativ kostenträchtige Onlinegeschäft gut finanzieren können. Und trotzdem werden noch zu den hohen Margen relativ hohe Liefergebühren verlangt. Die ist der englische Kunde auch bereit zu zahlen.

mm: Und in Deutschland?

Morschett: In Deutschland liegt die Sache ganz anders: Da sind zum einen die Margen so gering, dass der Händler es sich nicht leisten kann, das Onlinegeschäft daraus zu subventionieren. Zum anderen sind die Kunden auch über die letzten Jahrzehnte so preisorientiert erzogen worden, dass sie gar nicht bereit sind, hohe Liefergebühren zu bezahlen. Es rentiert sich hierzulande einfach nicht.

mm: Trotzdem gibt es immer wieder neue Anbieter, die versuchen, auf dem Markt Fuß zu fassen.

Morschett: Ja, und das wird auch so bleiben. Aber die meisten werden auch wieder verschwinden. Das heißt nicht, dass innovative Nischenkonzepte keinen Erfolg haben werden. Aber es bleibt eben ein Nischengeschäft. Ein breites Supermarktsortiment inklusive Frisch- und Tiefkühlware wird aus meiner Sicht zumindest mittelfristig kein Erfolgskonzept in Deutschland sein.

mm: Das heißt konkret?

Morschett: Der Marktanteil wird auch in zehn Jahren unter 5 Prozent liegen. In einer aktuellen Studie sind wir jedenfalls selbst beim besten Szenario bis 2022 nur auf knapp 4 Prozent Onlineanteil gekommen. Der Onlineservice kostet einfach. Die Ware muss von einem Angestellten zusammengestellt werden, der bezahlt werden muss. Und dazu kommen noch die Lieferkosten - was grob gesagt jeweils die Hälfte ausmacht.

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