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19.11.2012
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Expansion
Modehaus Marks & Spencer fordert Zalando heraus

Von Sarah Sommer

Marks and Spencer in London: Erneute Expedition nach Deutschland - diesmal allerdings nur digital
Getty Images

Marks and Spencer in London: Erneute Expedition nach Deutschland - diesmal allerdings nur digital

Modehändler Marks & Spencer wagt sich pünktlich zum Weihnachtsgeschäft erneut auf den deutschen Markt - dieses Mal allerdings nur online. Deutsche E-Commerce-Größen wie Otto und Zalando halten dagegen. Auf den britischen Wettbewerber warten viele Hindernisse.

Düsseldorf - Die Niederlage schmerzt bis heute. Siegessicher war die in der Heimat sehr erfolgreiche Kaufhauskette Marks & Spencer einst nach Kontinentaleuropa vorgestoßen. Auch in deutschen Städten hatte man sich für seine Filialen Standorte in den Top-Lagen der Einkaufsstraßen gesichert.

Doch das Angebot der Modehäuser kam auf dem Festland nicht so gut an wie daheim - die kostspielige Expansion geriet zum finanziellen Desaster. Marks & Spencer Chart zeigen kapitulierte und schloss im Jahr 2001 sämtliche 38 Filialen auf dem europäischen Festland. Vor allem die Verluste in den deutschen Filialen hatten dem Konzern schwer zu schaffen gemacht.

Der deutsche Modemarkt gilt für ausländische Händler als potenziell attraktiv, allein schon aufgrund seiner Größe. Fast 60 Milliarden Euro setzte der deutsche Textilhandel im vergangenen Jahr um, zeigen Daten des Bundesverbands Textileinzelhandel.

Doch er gilt auch als besonders schwierig, weil die deutschen Konsumenten vor allem billig und bequem einkaufen wollen. Der Margendruck ist hierzulande besonders hoch.

Marks & Spencer war deshalb nicht die einzige internationale Handelskette, die auf dem deutschen Markt scheiterte. Ähnlich erging es dem US-Bekleidungsriesen GAP Chart zeigen, und auch der britische Warenhaus-Konkurrent Woolworth holte sich auf dem deutschen Markt eine blutige Nase.

Multi-Channel-Strategie: Zweiter Anlauf zum internationalen Player

Rund zehn Jahre hat es gedauert, bis sich Marks & Spencer von dem Schock des Expansions-Flops erholt hatte. Die Briten konzentrierten sich auf den Heimatmarkt, wagten vorsichtige erste Schritte mit Filialen in Übersee - doch eine Rückkehr nach Kontinentaleuropa wagten sie lange nicht.

Im Jahr 2010 dann verkündete das Management-Team rund um den neuen CEO Mark Bolland plötzlich, jetzt doch wieder zum internationalen Player aufsteigen zu wollen - fast 400 Läden auf der Insel sind nicht genug. Schließlich gibt es jetzt das Internet. Marks & Spencer will dank einer Online-Expansionsstrategie in den nächsten Jahren zum "internationalen Multi-Channel-Anbieter" aufsteigen.

Auf dem Heimatmarkt läuft die Multi-Channel-Strategie bereits. Kunden können online bestellte Ware in den zahlreichen Filialen abholen oder umtauschen. Mit digitalen Bestell-Displays in den Läden, QR-Codes an den Produkten, speziellen Smartphone-Apps für das Shopping via Internet-Fernsehen und ähnlichen Angeboten fühlt sich das Traditionskaufhaus nun wieder auf der Höhe der Zeit - und wagt sich auch wieder auf die Auslandsmärkte.

Wie groß dabei der Respekt gerade vor dem schwierigen deutschen Markt ist, zeigt sich schon daran, dass Marks & Spencer seine Auslands-Expansion im vergangenen Jahr nicht etwa auf dem nach Großbritannien zweitgrößten E-Commerce-Markt Deutschland startete, sondern im krisengeplagten Irland und in Frankreich. In beiden Ländern trauen sich die Briten neben den Online-Shops auch den Betrieb stationärer Shops und Flagship-Stores zu - genauso wie auf dem Heimatmarkt und inzwischen wieder in mehr als 40 anderen Ländern in der ganzen Welt.

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