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27.09.2012
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Sportartikel
Warum Puma und Adidas an Nike scheitern

Von Kristian Klooß

Ranking: Die größten Sportartikelkonzerne der Welt
Fotos
AP

Seit Jahrzehnten beißen sich Puma und Adidas die Zähne am Branchenprimus Nike aus. Während es die einen mit Lifestyle probierten, setzten die anderen auf Übernahmen. Doch welche Ziele sie auch erreichten, Nike war stets schon da.

Hamburg - Es gibt wenige Rennen, die in der Vergangenheit Quartal für Quartal verlässlicher geendet hätten als jenes um die Krone der Sportartikelindustrie. Dieses Rennen, das vor allen zwischen Champion Nike Chart zeigen, Herausforderer Adidas Chart zeigen und Außenseiter Puma Chart zeigen ausgetragen wird, erinnert seit Jahren an das Paradoxon des griechischen Philosophen Thales. Der beschrieb in einem Gedankenspiel den Helden Achilles im Rennen mit einer Schildkröte als ewigen Zweiten. Denn immer, wenn Achilles jenen Ort erreichte, an dem die Schildkröte zuvor vorbeigekrochen war, hatte diese schon wieder ein paar Schritte mehr zurückgelegt.

An diesem Szenario dürfte sich auch nichts ändern, wenn Weltmarktführer Nike an diesem Donnerstag seine aktuellen Quartalszahlen verkündet - und die Umsatz- und Gewinnziele für 2015 bestätigt. 24,1 Milliarden Dollar (18,7 Milliarden Euro) setzte der US-Konzern allein im vergangenen Geschäftsjahr (bis Juni) mit Turnschuhen, T-Shirts und Trikots um. Bis 2015 sollen es 28 bis 30 Milliarden Dollar sein.

Adidas indes plant, 2015 ungefähr dort zu sein, wo Nike heute schon ist. Rund 17 Milliarden will der Konzern in drei Jahren umsetzen. Im vergangenen Geschäftsjahr waren es 13,45 Milliarden.

Noch weiter abgeschlagen liegt heute Puma, dessen Ex-Chef Jochen Zeitz schon vor Jahren eigentlich keinen Zweifel daran ließ, wo er die Raubkatze eigentlich sieht: "Wir wollen aus dem Kampf der zwei Großen einen Dreikampf machen", sagte er vor Analysten im Sommer 2005. Stand heute, wird es Puma unter Zeitz' Nachfolger Franz Koch schwer genug haben, den bis 2015 angestrebten Umsatz von vier Milliarden Euro zu verbuchen.

Seit zwei Jahrzehnten hinterher

Die Jagd von Puma und Adidas auf den Wettbewerber Nike dauert inzwischen zwei Jahrzehnte an. Es ist also ein Marathon, dessen Beginn vierzig Jahre zurückreicht. Ins Jahr 1972. Damals stand Adidas im Zenit; bei den Olympischen Spielen in München trugen rund 1100 der insgesamt 1500 Athleten die Schuhe mit den drei Streifen.

Doch es war auch jenes Jahr, in dem in den USA die ersten Schuhe der Marke Nike verkauft wurden. Seit 1978 exporte das Unternehmen die Sneakers mit dem sichelförmigen Haken, dem "Swoosh", auch nach Europa.

Der Rest ist Geschichte. Adidas und Puma, die beiden Traditionsmarken aus Herzogenaurach, verloren gegenüber dem Neuling aus Beaverton im US-Bundesstaat Oregon Meter für Meter, Prozent um Prozent im Rennen um Marktanteile. Anfang der Neunziger Jahre, als Basketball-Legende Michael Jordan und Tennis-Paradiesvogel Andre Agassi den Amerikanern Umsatzrekorde bescherten, war Adidas nur noch ein Schatten vergangener Jahre, Puma stand gar vor dem Aus.

Den Turnaround schafften allerdings beide: Adidas seit dem Börsengang 1993 unter dem französischen Unternehmer Robert Louis Dreyfus. Puma - bereits seit 1986 börsennotiert - seit 1993 unter dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden Jochen Zeitz.

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