Mittwoch, 28. Juni 2017

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Amazon Revolte gegen den Platzhirschen

Tablet und Co.: Die aktuellen E-Book-Lesegeräte
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3. Teil: Barnes & Noble auf Expansionskurs

Und eBuch-Leser sind attraktive Kunden. Während Leser traditioneller Bücher im Jahr im Schnitt 15 Bücher lesen, sind es bei eBuch-Konsumenten laut Pew Reseach ganze 24. Und auch die Kaufneigung ist bei eBook-Lesern deutlich ausgeprägter als bei Print-Lesern.

Seine Marktmacht weiß Amazon auszunutzen. So handelte der rasant wachsende Onlineversender - der neben Büchern auch jede Menge andere Konsumgüter vertreibt und auch im Cloud-Geschäft vertreten ist - mit diversen US-Staaten teils erhebliche Steuervergünstigungen aus.

Ein Verlag, der stark mit der Konkurrenz von Amazon zu kämpfen hatte, ist Barnes und Noble. Zwar hat der amerikanische Traditionsbuchhändler mit massiven Verlusten zu kämpfen. Doch im Gegensatz zu einstigen US-Ketten wie Borders oder Ottakar's ist die Nummer eins in den USA noch am Leben und hat mit seinem Lesegerät Nook eine der Alternativen zu Amazons eBuch-Leser Kindle entwickelt.

Nun sucht Barnes & Noble sein Heil in der Expansion - damit sich die Entwicklungskosten für Nook amortisieren. Mit der Hardware lässt sich bei Kampfpreisen von derzeit unter 100 Dollar laut Experten zwar nichts verdienen. Doch die Lesegeräte sind der Schlüssel zum Leser. Hat der sich erst einmal auf eine Plattform festgelegt und sich eine Bibliothek angelegt, scheint ein Wechsel unattraktiv.

Stochern im Dunkeln

Hier ist Deutschland als Zielland besonders attraktiv - auch wegen seiner noch geringen eBook-Durchdringung. Und es befindet sich mit seiner auch für E-Books geltenden Buchreisbindung noch in einem Dornröschenschlaf.

Doch der Verteilungskampf ist auch hier in vollem Gang. "Es ist keine komplett andere Welt", sagt eBook-Experte Schild, der einst selbst für Amazon arbeitete.

Wie umkämpft der Markt auch hier bereits ist, zeigt, wie schmallippig die Teilnehmer werden, wenn es um Absatzzahlen ihrer Reader geht. Weder Amazon, noch der von vielen vor Bücher.de und Buch.de als Nummer zwei gehandelte Weltbild wollen sich zu Verkaufszahlen äußern. Amazon lässt nur wissen, dass der Kindle das meistverkaufte Produkt des Jahres 2011 war.

Amazon liege auch hierzulande "weit, weit vorne", sagt der Autor Jonas Winner, der mit seinen Romanen "Berlin Gothic" und "Die versteckte Stadt" gleich für zwei der deutschen Kindle Top-5 Bestseller verantwortlich zeichnet und seine Bücher auch für andere Lesegeräte vertreibt. Und auch MVB-Experte Schild ist überzeugt: "Amazon ist der klare Platzhirsch im Online-Bereich".

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