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23.03.2012
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Schlecker
Entmachtung der Familie

Von Simon Hage und Wolfgang Hirn

Schlecker-Filiale in Dortmund: Die Familie Schlecker wird keine tragende Rolle im Unternehmen mehr spielen
DPA

Schlecker-Filiale in Dortmund: Die Familie Schlecker wird keine tragende Rolle im Unternehmen mehr spielen

Während Bund und Länder weiter um mögliche Hilfen für die entlassenen Schlecker-Mitarbeiter ringen, bleibt auch die Zukunft der insolventen Drogeriemarktkette weiter ungewiss. Sicher scheint nur eines: Die Familie Schlecker wird keine tragende Rolle im Unternehmen mehr spielen.

Hamburg - Eigentlich würden die Kinder des insolventen Drogeriemarktgründers Schlecker das Familienerbe gerne fortführen. Meike und Lars Schlecker hatten lange gehofft, die vom Vater gegründete Handelskette selbst sanieren und leiten zu dürfen. Doch die Anzeichen mehren sich, dass ihnen keine tragende Rolle mehr zugestanden wird.

Wie das manager magazin in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, sehen Kenner der Familie keine große Zukunft für die Kinder im Unternehmen. Zum einen trauen sie allenfalls Meike Schlecker eine gewisse Wirtschaftskompetenz zu. Außerdem, so ist aus Investorenkreisen zu hören, werde ein potenzieller Geldgeber aller Voraussicht nach ein eigenes Management installieren wollen.

Öffentliche Auftritte und Interviews der Kinder hat Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz inzwischen auf das Nötigste reduziert. Von der Teilnahme an einer Pressekonferenz Ende Februar hatte Geiwitz ihnen ausdrücklich abgeraten.

Gespräche mit zwei Dutzend Geldgebern

Der Insolvenzverwalter führt derzeit Gespräche mit rund zwei Dutzend Geldgebern - darunter Finanzinvestoren, Einzelhändler und vermögende Familien. Bis Ende März müssen sich die Investoren entscheiden, ob sie in den Prozess der Buchprüfung eintreten wollen. Geiwitz hofft, den Investorenprozess bis Ende Mai abgeschlossen zu haben.

Doch die wirtschaftlichen Hürden für einen Geldgeber sind beträchtlich. Ein Investor wird wohl einen dreistelligen Millionenbetrag investieren müssen, um die verbleibenden Schlecker-Läden aufzurüsten und dem Konzern ein neues Konzept zu verpassen. Einige Financiers zögern auch, weil auch nach der anstehenden Schließungswelle viele unattraktive Standorte im Unternehmen verbleiben. Findet sich kein Investor, will Geiwitz alles versuchen, damit die Firma eigenständig überleben kann. Das Risiko einer Zerschlagung würde jedoch erheblich steigen.

Fest steht bislang nur, dass Anton Schlecker als Führungsfigur und Eigentümer endgültig aus dem Unternehmen ausscheidet. Noch verhält sich der Patriarch wie in alten Zeiten: vertraute berichten, der Gründer sei immer noch regelmäßig in der Firma anzutreffen.

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Mehr über Anton Schlecker und sein Discount-Imperium lesen Sie im Heft ab Seite 38.










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