Freitag, 16. November 2018

Handelskette Anton Schlecker fällt weich

Familie Schlecker: Firmengründer Anton Schlecker (2.v.l.), hat als allein haftender Gesellschafter zwar die Verfügungsgewalt über sein Vermögen verloren. Bei Frau und Kindern verbleiben jedoch zahlreiche Vermögenswerte

Auch nach der Schlecker-Pleite muss Firmengründer Anton Schlecker sich nicht vor Armut fürchten. Seine Familie verfügt über Vermögenswerte, die zu großen Teilen nicht zur Insolvenzmasse zählen. Schlecker besichtigt auch weiterhin Filialen.

Hamburg - Der Familie Schlecker bleibt weiterhin ein ausreichendes Vermögen, um dem Patriarchen einen gehobenen Lebensstil zu ermöglichen. Dies berichtet manager magazin in seiner aktuellen Ausgabe, die ab Freitag (23. März) im Handel ist.

Zwar hat der allein haftende Drogeriemarktgründer durch die Insolvenz die Verfügungsgewalt über sein Vermögen verloren. Laut Gesetz steht ihm lediglich ein sogenanntes Pfändungsschutzkonto mit einem monatlichen Freibetrag von 1028,98 Euro zu. Allerdings verfügen seine Angehörigen über eigene Vermögenswerte, die zu großen Teilen nicht zur Insolvenzmasse zählen.

Ehefrau Christa besitzt unter anderem das Privatanwesen in Ehingen. Die Kinder Lars und Meike Schlecker wiederum sind Eigentümer der Ehinger Logistikfirma LDG, die in guten Jahren einen Umsatz von rund 35 Millionen Euro erzielte. Kenner der Familie schätzen, dass den Schleckers monatlich rund 70.000 Euro zum Leben bleiben.

Regelmäßige Besuche Schleckers in der Ehinger Firmenzentrale

Nach früheren Angaben des Insolvenzverwalters Arndt Geiwitz reicht das Restvermögen der Familie allerdings bei Weitem nicht aus, um die Sanierung der Drogeriemarktkette damit maßgeblich voranzutreiben. Auch für die Gründung der Transfergesellschaften, die entlassenen Mitarbeitern einen Neuanfang ermöglichen sollen, sind demnach keine verwendbaren Privatmittel vorhanden.

Gründer Anton Schlecker hält unterdessen an alten Gewohnheiten fest. Mit seinem schwarzen Porsche fährt er weiterhin regelmäßig in die Ehinger Firmenzentrale, obwohl er keine Entscheidungen mehr treffen darf. Donnerstags und freitags führt der Unternehmer überdies mit seiner Frau Christa Besuche von Schlecker-Filialen durch, als hätte es die Insolvenz nie gegeben.

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