Sonntag, 4. Dezember 2016

Alle Artikel und Hintergründe

Andrew Jennings Ex-Woolworths-Manager soll Karstadt-Chef werden

Neuer Chef: Andrew Jennings soll nach Informationen des manager magazin den Karstadt-Konzern lenken

Der frühere Managing Director von Woolworths Holdings in Südafrika, Andrew Jennings, soll neuer Vorstandschef des Warenhauskonzerns Karstadt werden. Darauf hat sich der Aufsichtsrat des Unternehmens nach Informationen von manager magazin geeinigt.

Hamburg - Ex-Woolworths-Manager Andrew Jennings (62) würde damit Anfang 2011 dem bisherigen Geschäftsführer Thomas Fox (53) an der Spitze des gerade aus der Insolvenz entlassenen Handelsunternehmens nachfolgen. Noch offen ist die Positionen des Chief Operating Officers. Deren Besetzung solle mit Jennings abgestimmt werden, hieß es in Kreisen des Unternehmens. Offiziell bestellt werden soll der Handelsveteran auf der nächsten Aufsichtsratssitzung am 16. Dezember.

Der gebürtige Brite beendete seine operative Tätigkeit bei Woolworths Holdings Limited, die ihren Sitz in Kapstadt haben, Anfang 2010. Danach ging er in Ruhestand. In seiner Karriere bekleidete er etliche Positionen bei verschiedenen Einzelhandelsfirmen, darunter auch im englischen Warenhaus Harrods.

Erfahrungen im deutschen Markt fehlen Jennings, er soll auch kein Deutsch sprechen. Er gilt als Turnaround-Experte, aber nicht leicht im Umgang. "Er ist der schwierigste Mann, mit dem ich je gearbeitet habe", sagte der frühere CEO von Woolworths Holdings in Südafrika, Simon Susman, in einem Interview.

Der Karstadt-Aufsichtsrat folgte mit der Entscheidung für Jennings dem Wunsch des neuen Eigentümers Nicolas Berggruen (49). Der Karstadt-Aufsichtsratsvorsitzende Alain Caparros (54), im Hauptberuf Chef des Einzelhandelskonzerns Rewe, wollte ursprünglich einen Kenner des deutschen Handels verpflichten.

Auch in einem weiteren Punkt hat Caparros nach Informationen des manager magazin nachgegeben: Der Investor Berggruen will - über die bereits zugesagten 70 Millionen Euro hinaus - keine weiteren Finanzmittel in Karstadt stecken. Dies sei auf der letzten Aufsichtsratssitzung beschlossen worden. Das Warenhaus muss damit sämtliche Investitionen aus dem Cash-Flow finanzieren, nach Angaben von Noch-Chef Fox in den kommenden vier Jahren insgesamt etwa 400 Millionen Euro. Die Summe gilt Handelskennern als "lächerlich gering". Damit, so heißt es in der Branche, sei eine Sanierung des maroden Konzerns kaum möglich.

Die börsennotierte Woolworths Holdings Limited wurde 1931 in Kapstadt gegründet. Sie ist unabhängig von der in Deutschland bekannten Woolworth-Kette, die ohne "s" am Ende geschrieben wird.

Nachrichtenticker

© manager magazin 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der manager magazin Verlagsgesellschaft mbH