30.09.2011
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Medienriesen

Springer will WAZ-Gruppe kaufen

Von Klaus Boldt

Kampf um die WAZ: Die Akteure im Übernahmepoker
Fotos
DPA

2. Teil: Gebot für gesamte WAZ-Gruppe "prinzipiell nicht ausschließen"

Aber Döpfner geht weiter: Auch ein Gebot für die gesamte WAZ-Gruppe, schreibt er, "würden wir heute nicht prinzipiell ausschließen wollen", wenngleich er auf "große kartellrechtliche Hürden" hinweist: "Die Bewertung der gesamten WAZ-Mediengruppe sähen wir ... bei circa 1,4 Milliarden Euro". Ein guter Preis in Anbetracht eines Ebit von rund 100 Millionen Euro.

Döpfner schreibt, es sei "nicht unser Interesse, irgendein Störfeuer für die laufende Transaktion zu entfachen". Doch es ist klar, dass er den zügigen Verkauf der Brost-Anteile an Petra Grotkamp nun empfindlich behindert: Denn das Grotkamp-Angebot geht nur von einem Wert des WAZ-Konzern, von rund 900 Millionen Euro aus. Springer bietet einen Zuschlag von rund 50 Prozent, eine gewaltige Prämie. Testamentsvollstrecker Heinemann muss abwägen, welches Angebot attraktiver, aber auch realistischer ist.

Denn abgesehen von den kartellrechtlichen Problemen, die bei einem Gesamtverkauf vermutlich kaum zu lösen wären, stellen auch die Gesellschafterverträge der WAZ ein nicht unbeträchtliches Hindernis dar. Sie sehen ein Vorkaufsrecht innerhalb der Familien Funke und Brost vor. Für Dritte war es bislang unmöglich, in Essen Fuß zu fassen. Vor allem aber werden sich Petra Grotkamp und ihr Mann Günther nicht so einfach geschlagen geben. Selbst wenn ihre Mitgesellschafter bereit wären, die Springer-Offerte anzunehmen, würden sie den Verkauf wohl durch ein Veto blockieren. "Die können bis zu 300 Millionen Euro in bar aufbringen, die haben keine Geldnot", sagt ein Gewährsmann, "und an der WAZ hängen sie außerdem sehr. Das ist alles sehr emotional."

Auf der anderen Seite weiß Döpfner, dass sich Springer sobald nicht wieder die Gelegenheit bietet, sich auf die Schnelle ein paar lukrative und vor allem gut und solide geführte Beteiligungen im In- und Ausland zu beschaffen. Ein erfahrenes Due-Diligence-Team, schreibt Döpfner, könne binnen kürzester Zeit zusammengestellt werden: "Auch ein transaktionserfahrenes Verhandlungsteam steht selbstverständlich kurzfristig zur Verfügung, sodass Verhandlungen über einen allseits akzeptablen Kaufvertrag zügig aufgenommen und auch abgeschlossen werden könnten."

Kampf um die WAZ: Die Akteure im Übernahmepoker

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