16.05.2006
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Hersteller Nici

Mit Goleo in die Krise

Mangelnde Nachfrage nach dem WM-Maskottchen "Goleo" hat den fränkischen Stofftierhersteller Nici offenbar in ernste finanzielle Schwierigkeiten gestürzt. Das Unternehmen prüft derzeit einen Insolvenzantrag.

Altenkunstadt - Der unerwartet geringe Absatz des WM-Maskottchens "Goleo" hat den oberfränkischen Hersteller Nici in eine Krise gestürzt. Das Altenkunstadter Unternehmen prüfe derzeit einen Insolvenzantrag, sagte Marketingleiter Uwe Klimach auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. "Das Unternehmen steckt in einer ernst zu nehmenden finanziellen Situation."

Erfolg sieht anders aus: Offizielles WM-Maskottchen "Goleo"
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DPA

Erfolg sieht anders aus: Offizielles WM-Maskottchen "Goleo"

Welche Auswirkungen eine Firmeninsolvenz drei Wochen vor Beginn der Fußball-WM auf die Herstellung des WM-Maskottchens habe, sei noch unklar, sagte Klimach. "Das wird derzeit alles diskutiert", berichtete der Manager. Nici besitzt die exklusiven Rechte für die Herstellung des "Goleo" als Plüschfigur.

In der Kritik steht offensichtlich besonders der Nici-Firmengründer und Vorstandsvorsitzende Ottmar Pfaff. Klimach widersprach jedoch Berichten, der Aufsichtsrat habe Pfaff bereits seines Amtes als Vorstandschef enthoben. Es handle sich noch um ein "schwebendes Verfahren". Bis Dienstag wolle der Aufsichtsrat sowohl über Pfaffs Zukunft als auch über den Insolvenzantrag entscheiden.

Nach Klimachs Darstellung haben sich Hinweise auf die Zahlungsschwierigkeiten erst am vergangenen Freitag ergeben. "Das war für uns alle schockierend." Eine der Ursachen für die finanzielle Schieflage des Unternehmens mit 400 Mitarbeitern sei die Herstellung der in Lizenz gefertigten "Goleo"-Plüschfiguren. "Das Lizenzthema spielt dabei eine große Rolle", sagte Klimach. "Wir haben Schwierigkeiten damit, dass 'Goleo' nicht zum Erfolg wurde."

Mit der geplanten Insolvenz hoffe das Management, schnell und flexibel auf die schwierige Situation reagieren "und dem Tagesgeschäft wieder nachgehen zu können", erläuterte Klimach. "Nici hat einen hohen Marktwert und volle Auftragsbücher. Wir wollen daher alles tun, damit Nici nicht gefährdet wird." Ziel sei keinesfalls die Schließung des Unternehmens, sondern "aus der schwierigen Situation herauszukommen".

Nici stellt den WM-Löwen in vielen Varianten her: Vom zwölf Zentimeter kleinen Schlüsselanhänger bis zum zwei Meter großen Plüschlöwen. Daneben produziert das Unternehmen Geschenkartikel und hält Lizenzen für Figuren aus TV-Kindersendungen.

Ottmar Pfaff hatte das Unternehmen 1986 gemeinsam mit seiner Frau Marina gegründet. Zuvor hatte die Familie bereits mehrere Jahre lang in Heimarbeit Plüschtiere hergestellt. 1999 erfolgte die Umwandlung in eine AG. 2004 erwirtschaftete Nici bei einem Umsatz von 130 Millionen Euro einen Gewinn von 12,2 Millionen Euro.

dpa

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