Von Arne Stuhr
Ein wichtiger Grund für den Erfolg der spanischen Großbanken ist zusätzlich die Konzentration auf das Kerngeschäft und der damit einhergehende Abbau von Industriebeteiligungen. Diese werden zunehmend von den spanischen Sparkassen übernommen, was allerdings eine weitere Gefahr für den wirtschaftlichen Aufschwung Spaniens zur Folge hat.
So spricht die "Neue Zürcher Zeitung" (NZZ) schon von der "Gefahr einer stillen Wiederverstaatlichung", da der katalanischen Sparkasse La Caixa, mit einer Bilanzsumme von über 133 Milliarden Euro hinter Banco Santander Central Hispano
Zwar wird die Schaffung eines nationalen Champions auf dem Energiesektor begrüßt, Experten fürchten aber eine zu starke Verflechtung zwischen Politik, Sparkassen und Unternehmen. "Die Sozialisten ziehen eindeutig die Strippen im Hintergrund", zitiert die "Wirtschaftswoche" den Finanzexperten Manuel Romera von der Madrider Business-School Instituto de Empressa. Und auch die "NZZ" stellt die Frage, ob sich die sozialdemokratische Regierung von José Zapatero durch die Unterstützung des Endesa-Deals das Wohlwollen der Katalanen erkaufen wolle, um das Gegengewicht zum traditionell konservativen Madrid zu stärken.
Um durch derartige politisch-ökonomische Winkelzüge den eigenen Erfolg nicht zu gefährden, sollten sich die Verantwortlichen in Spanien vielleicht häufiger an die "Käfer-Taktik" (Er läuft und läuft und läuft) ihres Formel-1-Weltmeisters Fernando Alonso erinnern. "Hauptverdienst von Fernando ist, dass er bis auf einen Fehler das Auto nach den technischen Möglichkeiten optimal gefahren ist", lobte Teamchef Flavio Briatore den jungen Spanier in der "Welt am Sonntag". Und Ron Dennis vom Konkurrenten McLaren ergänzte anerkennend: "Schnelle Rennautos müssen eben auch zuverlässig sein."
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