Sonntag, 4. Dezember 2016

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Euro "Besser als erwartet"

Trotz langer Schlangen vor den Banken und Sparkassen ist der erste Werktag mit neuer Währung glatt über die Bühne gegangen. Gut vorbereitete Verkäufer und das Verständnis der Kunden sorgten für einen gelungenen Start. Kleinere und größere Pannen blieben aber auch dem Euro nicht erspart.

Frankfurt - EZB-Direktoriumsmitglied Eugenio Domingo Solans erklärte, die Währungsumstellung verlaufe "sogar besser als wir erwartet haben". Am Ende des Neujahrstages habe es bei mehr als 80 Prozent der Geldautomaten in der gesamten Euro-Region schon das neue Geld gegeben. In einigen Ländern - darunter Österreich, Deutschland, Luxemburg und die Niederlande - sogar schon zu 100 Prozent. Die Nachfrage an den Geldautomaten sei enorm gewesen, in manchen Euro-Staaten habe sie vier Mal über dem üblichen Niveau eines Neujahrstages gelegen.

Auch Bundesbankpräsident Ernst Welteke zeigte sich sehr zufrieden mit der Euro-Währungsumstellung. Die Mammutaufgabe sei erfolgreich bewältigt worden. IWF-Chef Horst Köhler sagte der ARD, die Euro-Einführung sei zwar eine Erfolgsgeschichte, drohe aber ohne weitere Strukturreformen zu verpuffen.

Der Hauptverband des deutschen Einzelhandels berichtete, es seien vielfach deutlich mehr Verbraucher als an normalen Wochentagen unterwegs gewesen, um mit ihren frisch getauschten Euro erste Einkäufe zu machen oder die restlichen D-Mark auszugeben. "Die ‚Europhorie' lockte die Menschen in die Städte", berichtete der Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, (HDE), Hermann Franzen.

Der Start des Euros sei ein "voller Erfolg" gewesen. Es habe keine großen Probleme gegeben, vor allem in den Supermärkten sei nach einer Blitzumfrage des Verbandes alles reibungslos gelaufen. Trotz eines lebhaften Geschäftstags habe es weder lange Schlangen noch Wechselgeldprobleme gegeben, berichtete auch der Handelsverband BAG, der die Mittel- und Großbetriebe der Branche vertritt.

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