Samstag, 17. November 2018

Entrepreneur des Jahres 2008 Die Sieger

4. Teil: DSpace - Der Erfolgsbeschleuniger

Der Erfolgsbeschleuniger

Sieger Informations- und Kommunikationstechnologie/Medien: Herbert Hanselmann, DSpace GmbH, Paderborn

Er hätte Beamter bleiben können - die Universität Paderborn lockte ihn mit einem Lehrstuhl. Er hätte Industriemanager werden können - einige Konzerne boten ihm interessante Verträge an. Doch Herbert Hanselmann (59) wollte lieber selbstständig sein. Mit drei Kollegen aus dem Institut für Mechatronik der Paderborner Universität startete der Ingenieur 1987 sein eigenes Unternehmen. "DSpace sollte dafür sorgen, dass unser Wissen nicht nur in der universitären Industrieforschung zum Einsatz kommt", sagt Hanselmann.

Herbert Hanselmann liefert die Werkzeuge, mit denen Autohersteller elektronische Fahrsysteme testen und entwickeln. In dieser Nische der Informationstechnologie zählt sein Unternehmen aus Paderborn zu den Weltmarktführern.
Über mehrere Jahre hatte sein Team neuartige Signalprozessorchips erforscht und erkannt, dass sie elektronische Systeme ermöglichten, die mechanische Abläufe steuern. Eine Erkenntnis, die vor allem Autohersteller interessierte. "Wir beschleunigen den Erfolg unserer Kunden", erklärt der Gründer, der mittlerweile die Geschäfte von DSpace alleine führt. "Wir helfen ihnen, ihren Vorsprung im Wettbewerb zu erhalten oder auszubauen."

Tempo ist seit jeher Hanselmanns Maxime: Schon vier Jahre nach der Unternehmensgründung eröffnete er in der US-amerikanischen Autometropole Detroit die erste Niederlassung. DSpace hatte damals gerade einmal acht Mitarbeiter. "Die Expansion war anfangs sicher mutig", meint Hanselmann heute, "aber auch kleine Unternehmen können mit herausragenden Produkten und persönlichem Engagement in Nischenmärkten relativ zügig zu guten Marktanteilen kommen."

2007 setzte DSpace knapp 87 Millionen Euro um und beschäftigte knapp 800 Mitarbeiter - heute sind es schon über 900. Mitarbeiter an sieben Standorten in Deutschland, den USA, Japan, Großbritannien und Frankreich. "Geblieben ist unser Pioniergeist und der Drang, mit immer neuen Ideen unseren Innovationsvorsprung weiter auszubauen", sagt Hanselmann. Im neuen Firmengebäude werden 650 Arbeitsplätze geschaffen. Auf dem neuen Firmencampus gibt es Erweiterungsmöglichkeiten für bis zu 1800 Mitarbeiter. Hanselmann vertraut der Entwicklung, die sein Team mit angestoßen hat: In den nächsten Jahren werden noch mehr elektronische Steuerungselemente die Antriebe und Fahrwerke von Automobilen und Flugzeugen optimieren.

Mehr zum Thema in:
manager magazin 11/2008

manager magazin 11/2008

Entrepreneure des Jahres

Lesen Sie weitere Hintergründe über die Sieger des Wettbewerbs im manager magazin 11/2008 ab Seite 124.

Die Innovation

Herbert Hanselmann ist Chef eines jener Unternehmen, deren Produkte sich nur schwer in einem Satz erklären lassen. Er versucht es dennoch: "Mit unseren Produkten lassen sich Softwarelösungen für Steuergeräte und mechatronische Regelungen schneller entwickeln und testen", erklärt er. Oder etwas plastischer: Tempomaten, Brems- oder Blockiersysteme, die sich in den 90er Jahren verbreiteten, basieren auf elektronischen Regelsystemen, die sich durch die Werkzeuge und Software von DSpace programmieren und einrichten lassen.

So trug DSpace dazu bei, dass die Autoindustrie die Vorteile der Elektronik für die Fahrwerkstechnik entdeckte. Seit Mitte der 90er Jahre muss überdies die Funktionalität neuer Technik nicht mehr in eigens gebauten Prototypen getestet werden, seither übernehmen Rechner diese Aufgaben. Auch dafür entwickelte DSpace die notwendige Soft- und Hardware. Auf diese Weise beschleunigten die Paderborner die Konstruktionsprozesse in der Fahrzeugindustrie und halfen ihren Kunden Kosten zu sparen.

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