Donnerstag, 15. November 2018

Entrepreneur des Jahres 2007 Die Sieger

3. Teil: Sedo - innovativer Domainhändler

Vom Studentenbetrieb zum Weltmarktführer

Sieger IT: Sedo

Sedo organisiert den Handel mit bereits registrierten Internetadressen. Tim Schumacher, Ulrich Priesner, Marius Würzner und Ulrich Essmann haben ihr Studentenprojekt zu einem weltmarktführenden Unternehmen im Internet entwickelt.

Marius Würzner, Tim Schumacher, Ulrich Essmann und Ulrich Priesner, (v.l.n.r.) Geschäftsführer der Sedo GmbH
Der Domain-Marktplatz wurde im Jahr 2000 gegründet. Über Sedo organisieren sich heute mehrere Hunderttausend Verkäufer und Interessenten in aller Welt. Die Datenbank speichert mehr als acht Millionen Internetadressen für alle gängigen Endungen. Besitzer können versteigern oder direkt mit Käufern verhandeln. Kommt das Geschäft zustande, organisiert Sedo den Geldtransfer sowie den technischen Wechsel der Adresse zu Servern und Serviceprovidern.

Längst organisieren die Kölner nicht mehr nur den Handel. Sie informieren über Rechte, beurteilen den Wert von Namen und bieten Eignern an, Adressen Gewinn bringend bei Sedo zu parken. "Neu hinzugekommen ist die Vermarktung von Werbeplätzen auf Domains, die zum Verkauf stehen", erklärt Schumacher. "Sie ist mittlerweile ein Kernprodukt von Sedo." Auf inhaltslosen Domains, die Nutzer auf der Suche nach Informationen eingeben, erscheinen passende Anzeigen. Und wie beim Verkauf profitiert Sedo auch hier von Provisionen.

Dem Studententeam war schnell klar, dass der internationale Markt am besten von einem zentralen Dienstleister bedient wird. Für dieses Ziel und für eine schnelle Expansion nahmen sie Investoren mit ins Boot, gründeten eine Niederlassung in Boston und wandelten das Internetprojekt zur Gesellschaft. Seit 2002 arbeitet das Unternehmen profitabel und beschäftigt heute mehr als 130 Mitarbeiter in Köln und Boston.

Sedo bietet seine Dienstleistungen in mehreren Sprachen an und erwirtschaftete 2006 einen Umsatz von mehr als 41 Millionen Euro - in etwa doppelt so viel wie im Jahr zuvor. 70 Prozent davon stammten aus Auslandsgeschäften. 2004 zog Sedo an seiner Konkurrenz in den USA vorbei und erreichte mit einem Marktanteil von 40 Prozent die Weltmarktführerschaft. Diese Position wurde 2007 durch die Übernahme von Great Domains, dem einstigen Konkurrenten in den USA, gesichert.

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