Freitag, 16. November 2018

Entrepreneur des Jahres 2005 Die Sieger

2. Teil: Varta Microbattery - der Kraftwerker

Mini-Kraftwerke aus dem Schwabenland

Sieger Industrie: Varta Microbattery GmbH

Dejan Ilic sorgt dafür, dass elektrische Geräte auch ohne Kabel und Steckdose funktionieren. Die Mikrobatterien und Akkus seines Unternehmens speisen weltweit Strom in Handys und Hörgeräte, Digitalkameras und Damenuhren. Gleichzeitig entwickelt die Varta Microbattery GmbH unter Vorstandschef Ilic die Batterien ständig weiter: Notebooks und Mobiltelefone wurden nicht zuletzt deshalb immer flacher, leichter und leistungsfähiger, weil auch die Akkus permanent geschrumpft sind.

Dejan Ilic, Vorstandvorsitzender der Varta Microbattery GmbH
Ilic, 1957 in Jugoslawien geboren, ist ein Mann der Wissenschaft. Er studierte physikalische Chemie in Belgrad und Dresden, habilitierte schließlich im österreichischen Graz. Ende der 80er Jahre begann er als Forschungs- und Entwicklungsleiter beim Varta-Konzern Börsen-Chart zeigen, seit 2000 leitet Ilic den Bereich Mikrobatterien.

Die winzigen Kraftwerke produziert das Unternehmen seit Ende der 90er Jahre in Ellwangen. Während Elektronikhersteller zunehmend ins billige Ausland abwanderten, verlegte Ilic die Fertigung von Nickel-Cadmium-Knopfzellen aus Singapur zurück ins Schwabenland. Dass die Lohnkosten hierzulande höher sind, ist für Varta Microbattery zweitrangig - schließlich läuft die Produktion weitgehend automatisiert. Im vergangenen Jahr erwirtschafteten weltweit 1400 Mitarbeiter, davon etwa 600 in Ellwangen, einen Umsatz von rund 145 Millionen Euro.

Innovationen im Jagsttal: Im Jahr 2001 baute Ilic in Ellwangen eine neue Produktionstechnologie auf. Varta Microbattery stellt nun moderne Lithium-Polymer-Akkus her, die in Handys und Laptops verwendet werden.

Zu den neuen Entwicklungen zählen auch Batterien, die knapp einen halben Millimeter schmal sind und in Chipkarten eingesetzt werden können. Allein in den letzten zwei Jahren hat das Unternehmen 50 Patente angemeldet.

In der Zukunft will Ilic den Anteil neuer Produkte am Gesamtumsatz steigern, von 50 Prozent im Jahr 2004 auf mehr als 70 Prozent in den kommenden zwei bis drei Jahren. Außerdem will er den Produktionsstandort Ellwangen weiter ausbauen. Allen Branchentrends zum Trotz.

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