Sonntag, 30. April 2017

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Energiewende-Vorreiter erhöht Druck auf Ökostrom-Branche Zu hässlich und zu teuer - Dänemark kippt viele Offshore-Windparks

Offshore-Windpark bei Anholt: Dänemark wird es gerade etwas viel mit den Windrädern

Windkraft-Vorreiter Dänemark ist sich seiner Sache offenbar nicht mehr ganz so sicher. Die Regierung hat zuletzt eine ganze Reihe geplanter Offshore-Windparks gestrichen. Sie seien zu teuer und zu hässlich - so die offizielle Begründung. Zudem will Kopenhagen die Ökostrom-Umlage kippen, aus der der Ausbau erneuerbarer Energien finanziert wird.

Die Mitte-Rechts-Regierung in Kopenhagen um Ministerpräsident Lars Loekke Rasmussen verzichtet demnach auf Windkraftanlagen mit einer Kapazität von etwa 350 Megawatt. Zum Vergleich: Ein Atomreaktor hat eine Leistung von mehr als 1000 Megawatt.

Die Rolle rückwärts in Kopenhagen verunsichert die Erneuerbare-Energien-Branche in ganz Europa. Vor allem der Ausbau der Windkraft war zuletzt ohnehin ins Stocken gekommen. Vielerorts, auch in Deutschland, kommt der Netzausbau dem Zuwachs an Rotoren nicht hinterher. Vor allem in Südeuropa haben allgemeine Spar-Erwägungen die Entwicklung gebremst.

"Es darf keinen Strömungsabriss geben, damit sich die Branche weiterentwickeln kann", warnt Windkraft-Experte Michael Baur von der Unternehmensberatung Alix Partners mit Blick auf die Unsicherheiten in Dänemark. Gerade die Offshore-Industrie sei auf Planungssicherheit angewiesen, um die angestrebten Kostensenkungen zu realisieren.

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