Mittwoch, 27. März 2019

Schlacht der Milliardäre Buffett und Adelson streiten um Las Vegas' Stromzufuhr

Streit um Energieversorgung von Nevada: Kasino-Mogul Adelson (l.) und Investmentlegende Buffett
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Streit um Energieversorgung von Nevada: Kasino-Mogul Adelson (l.) und Investmentlegende Buffett

Auf den ersten Blick prallen im US-Staat Nevada derzeit lediglich zwei großangelegte energiepolitische Kampagnen aufeinander: Auf der einen Seite stehen die Befürworter der Liberalisierung des Strommarktes, auf der anderen Seite deren Gegner.

Wer genau hinsieht, erkennt jedoch die "Schlacht der Milliardäre", wie der Finanzinformationsdienst Bloomberg es formuliert. Dabei duellieren sich zwei durchaus namhafte Vertreter aus der Riege der Superreichen Amerikas. Es stehen sich gegenüber: Kasino-Mogul Sheldon Adelson, Gründer der Las Vegas Sands Corp. und bekannter Unterstützer der Partei der Republikaner, sowie der Investmentunternehmer Warren Buffett, Chef der Beteiligungsholding Berkshire Hathaway Börsen-Chart zeigen und bekanntermaßen eher dem demokratischen Lager zugewandt.

Sie beide wetteifern um die Frage, wer künftig die Kontrolle ausübt über die Energie, die die vielen Tausend glitzernden Lichter der Kasino-Metropole Las Vegas sowie von ganz Nevada zum Leuchten bringt.

Adelson unterstützt eine Kampagne, die sich für die Liberalisierung der Energieversorgung in Nevada einsetzt, so Bloomberg. Deren Ziel: Jeder Einwohner des Bundesstaates soll künftig selbst entscheiden können, von wem er seinen Strom bezieht. Hauptleidtragender einer solchen Regeländerung wäre dem Bericht zufolge der Versorgungskonzern NV Energy, der gegenwärtig ein Quasi-Monopol über die Energieversorgung Nevadas hält, wie Bloomberg schreibt. Und dieses Unternehmen befindet sich im Besitz von Buffetts Berkshire Hathaway.

Ein Aufeinandertreffen also, aus dem offensichtlich nur einer der beiden Milliardäre als Gewinner hervorgehen kann. Entsprechend hoch sind die Einsätze. Wie Bloomberg berichtet wurden bislang bereits beinahe 33 Millionen US-Dollar eingesammelt, um jene Kampagne zu stützen, die sich für die Liberalisierung einsetzt. Allein 22 Millionen Dollar davon kamen von Adelsons Firmengruppe Las Vegas Sands.

Und auch Buffett lässt sich die Verteidigung seiner Marktstellung einiges kosten. Laut Bloomberg stecken bereits rund 63 Millionen Dollar in den Bemühungen den Status Quo aufrecht zu erhalten. Abgesehen von 12.000 Dollar sei dieses Geld vollständig von Buffetts NV Energy aufgebracht worden, heißt es.

Showdown in der "Schlacht der Milliardäre" ist am 6. November, wenn die Menschen in Nevada zur Abstimmung über die von Adelson und Co angestrebte Regeländerung aufgerufen sind, die dann 2023 in Kraft treten könnte. Es ist bereits der zweite Urnengang, nachdem bereits 2016 eine Mehrheit von 72 Prozent für die Liberalisierung gestimmt hatte. Ein zweiter Erfolg ist erforderlich, um aus der Initiative ein Gesetz zu machen.

Dabei wird dieses Verfahren durchaus auch kritisch gesehen. "Es ist ein kompliziertes Thema", zitiert Bloomberg etwa David Damore, einen Politik-Professor von der Universität in Las Vegas. "Angesichts der großen Unsicherheit, die es dazu nach wie vor gibt, sollte es vermutlich nicht per Volksabstimmung entschieden werden."

Auch der Politologe macht sich allerdings keine Illusionen darüber, wer bei dieser Sache eigentlich im Ring steht. "Letztendlich", sagt Damore, "tragen es ein paar Milliardäre unter sich aus."

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