Freitag, 22. Februar 2019

Alternative Heiztechnik Heizen mit Eis - und acht weitere scheinbar irre Ideen

4. Teil: Heizen mit Abwasser

Rathaus Fürth: Angenehme Wärme aus der Kanalisation

Die fränkische Großstadt Fürth ist stolz auf ihr malerisches Rathaus - und darauf, dass der Bau seit 2011 mit Abwasser beheizt wird. Der örtliche Versorger macht sich den Vorteil zunutze, dass direkt darunter ein Hauptkanal verläuft, durch den mindestens 150 Liter in der Stunde fließen, mit einer annähernd konstanten Wärme von rund 12 Grad - wie wir wissen, genug für den Betrieb einer Wärmepumpe. In diesem Fall läuft durch den Heizkreislauf Wasser statt einer gashaltigen Sole.

Unangenehme Gerüche und Schmutz bleiben dank der schon von der Grundwasserwärmepumpe bekannten geschlossenen Systeme eines Wärmetauschers draußen.

Heizen mit Abwasser wirkt abseitig, und ist tatsächlich nur an besonderen Orten möglich. Der schwäbische Tüftler Helmut Uhrig hat es sich trotzdem zur Mission gemacht, die Technik zu verbreiten. In Frankfurt plant er ein Großprojekt mit 700 Kilowatt Heiz- und 500 Kilowatt Kühlleistung. Und sogar für den feinen Elysée-Palast des französischen Präsidenten hat er die nahe Kanalisation angebohrt.

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